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	<title>Kommentare zu: Samstag, Sonntag, Dienstag, Donnerstag</title>
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		<title>Von: jana</title>
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		<dc:creator>jana</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 01:45:37 +0000</pubDate>
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		<description>mit einem freund saß ich dort, wir hörten volker pantenburg sprechen und waren jeder auf seine eigne weise kompromittiert durch unser unwissen und die uns enigmatisch scheinende aufeinanderfolge der exempel und ausführungen über die &quot;kleinste lebende einheit oder zelle&quot; des films, die einstellung. manchmal sagte v.p. &quot;vitalistisch&quot; und &quot;basal&quot; und solche sachen, dass es mir schien, als würde man über homunculus reden. vielleicht auch wegen der roten, orientalischen lampe dort und meine assoziationen mit verschwörerischen sektengeheimtreffs wie bei rosemary´s baby.
was ich während des vortrags immer wieder denken musste:
man kann doch nicht über fünf unterschiedliche, mir selbst willkürlich scheinende, isolierte einstellungen aus  unterschiedlichen filmen sprechen. wo führt das hin, ausser ins vage, schwammige, ungenaue, nirgendwo?
mir fiel auf: in allen einstellungen wird zeit auf unmögliche weise organisiert und ineinander verschachtelt. gewesene, dokumentarische zeit der aufnahme, gegenwart der rezeption, noch frühere zeit, auf die in der aufnahme z.t. rekurriert wird durch texte und sprache, die noch zu verwirklichende, utopische, fiktive, projizierte innerdiegetische zeit des films, die sich niemals ereignete, die jetzt aber da ist, die weiteren zeitebenen durch schrift im bild, off-text und die montageleistungen. also diverse aufgehobene, unmögliche zeiten. alles in einer einstellung. ich musste ein bißchen an david claerbout denken und das, was raymond bellour über seine fotofilminstallationen gesagt hatte.
was hatten diese einstellungen gemein? worin bestand die differenz, und kann man überhaupt vergleichend ansetzen in einer solchen analyse?
mir fiel auf: die eher aus strukturalistischer schule stammenden einstellungen, die in gewisser weise die idiosynkrasien und die spezischen (genre-) attribute einer autorschaft verweigern, haben alle einen ähnlichen stil, dieselbe bildrhetorik. der strukturalismus-style. und warum wirken diese einstellungen auf mich so alt, didaktisch und historisch, wohingegen vertov überhaupt nicht alt wirkt?
und warum verbinde ich im kopf strukturalistische einstellungen mit technischen bildern?
flusser sagte, technische bilder ließen sich nur adäquat entschlüsseln, wenn man die hinter ihnen stehenden texte zu lesen vermag. die diversen diachronien zu synchronisieren weiss. 
strukturalistische einstellungen sind vor allem gedachter text. diese spezifische art über film zu sprechen, ist vor allem gedachter text. das fiel uns beiden, die wir nicht vom text, sondern vom film kommen auf. man hätte den abend auch &quot;gedachte texte&quot; im untertitel nennen können.
auf dem weg hin zu diesem abend, den ich nur fand, weil ich durch zufall einen dietmar traf, der auch dorthin ging und ich zuvor bei der falschen hausnr. 137, einem riesigen, dunklen, besetzten haus gelandet war, dachte ich noch ein wenig komische, konkrete gedanken und schaute ab und an aufs blanke weiß des schnees.
der freund, der mit mir dort war, sagte später: das ist doch polemisch, dass straub da mit rousseau kommt und das dann noch &quot;für&quot; den blinden gatti tut. das fand ich richtig. einer im publikum erwähnte die einstellung als einstellung, als moralisch-politische. das fand ich auch irgendwie gut. was weiß ich jetzt über die einstellung? man kann unmöglich über die einstellung reden. mir gefiel der vortrag wirklich sehr gut. ich fand ihn ausserordentlich kühn, vielleicht gerade weil der eröffnete diskurs so hoffnungslos verloren ist. das war mir sehr sympathisch. vielen dank.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>mit einem freund saß ich dort, wir hörten volker pantenburg sprechen und waren jeder auf seine eigne weise kompromittiert durch unser unwissen und die uns enigmatisch scheinende aufeinanderfolge der exempel und ausführungen über die &#8220;kleinste lebende einheit oder zelle&#8221; des films, die einstellung. manchmal sagte v.p. &#8220;vitalistisch&#8221; und &#8220;basal&#8221; und solche sachen, dass es mir schien, als würde man über homunculus reden. vielleicht auch wegen der roten, orientalischen lampe dort und meine assoziationen mit verschwörerischen sektengeheimtreffs wie bei rosemary´s baby.<br />
was ich während des vortrags immer wieder denken musste:<br />
man kann doch nicht über fünf unterschiedliche, mir selbst willkürlich scheinende, isolierte einstellungen aus  unterschiedlichen filmen sprechen. wo führt das hin, ausser ins vage, schwammige, ungenaue, nirgendwo?<br />
mir fiel auf: in allen einstellungen wird zeit auf unmögliche weise organisiert und ineinander verschachtelt. gewesene, dokumentarische zeit der aufnahme, gegenwart der rezeption, noch frühere zeit, auf die in der aufnahme z.t. rekurriert wird durch texte und sprache, die noch zu verwirklichende, utopische, fiktive, projizierte innerdiegetische zeit des films, die sich niemals ereignete, die jetzt aber da ist, die weiteren zeitebenen durch schrift im bild, off-text und die montageleistungen. also diverse aufgehobene, unmögliche zeiten. alles in einer einstellung. ich musste ein bißchen an david claerbout denken und das, was raymond bellour über seine fotofilminstallationen gesagt hatte.<br />
was hatten diese einstellungen gemein? worin bestand die differenz, und kann man überhaupt vergleichend ansetzen in einer solchen analyse?<br />
mir fiel auf: die eher aus strukturalistischer schule stammenden einstellungen, die in gewisser weise die idiosynkrasien und die spezischen (genre-) attribute einer autorschaft verweigern, haben alle einen ähnlichen stil, dieselbe bildrhetorik. der strukturalismus-style. und warum wirken diese einstellungen auf mich so alt, didaktisch und historisch, wohingegen vertov überhaupt nicht alt wirkt?<br />
und warum verbinde ich im kopf strukturalistische einstellungen mit technischen bildern?<br />
flusser sagte, technische bilder ließen sich nur adäquat entschlüsseln, wenn man die hinter ihnen stehenden texte zu lesen vermag. die diversen diachronien zu synchronisieren weiss.<br />
strukturalistische einstellungen sind vor allem gedachter text. diese spezifische art über film zu sprechen, ist vor allem gedachter text. das fiel uns beiden, die wir nicht vom text, sondern vom film kommen auf. man hätte den abend auch &#8220;gedachte texte&#8221; im untertitel nennen können.<br />
auf dem weg hin zu diesem abend, den ich nur fand, weil ich durch zufall einen dietmar traf, der auch dorthin ging und ich zuvor bei der falschen hausnr. 137, einem riesigen, dunklen, besetzten haus gelandet war, dachte ich noch ein wenig komische, konkrete gedanken und schaute ab und an aufs blanke weiß des schnees.<br />
der freund, der mit mir dort war, sagte später: das ist doch polemisch, dass straub da mit rousseau kommt und das dann noch &#8220;für&#8221; den blinden gatti tut. das fand ich richtig. einer im publikum erwähnte die einstellung als einstellung, als moralisch-politische. das fand ich auch irgendwie gut. was weiß ich jetzt über die einstellung? man kann unmöglich über die einstellung reden. mir gefiel der vortrag wirklich sehr gut. ich fand ihn ausserordentlich kühn, vielleicht gerade weil der eröffnete diskurs so hoffnungslos verloren ist. das war mir sehr sympathisch. vielen dank.</p>
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