Einträge von Werner Sudendorf

Samstag, 28.07.2012

Emil Jannings

Im Tagesspiegel vom 26. Juli fragt sich Frank Noack, woran es liegen mag, dass Emil Jannings so ganz und gar vergessen ist und antwortet darauf gleich selbst: es liegt „wohl eher an einem generellen Desinteresse an der Schauspielkunst früherer Epochen.“

Ich hätte dazu noch ein paar andere Antworten: es liegt auch an dem generellen Desinteresse für deutsche Filmgeschichte. Und die, die sich überhaupt noch dafür interessieren, teilen die Filmgeschichte so ein: bis 1933 und etwa ab 1965 – ich setze hier mal Kluges „Abschied von gestern“ als Zäsur – interessant, innovativ, spannend. Zwischen 1933 und 1965 liegen Sumpf, Nebel und Moor, die Leichen des deutschen Films, Wüste und Ödnis, Verdrängung und Propaganda. Da sehen wir nicht hin, wir wissen sowieso Bescheid, das ist ja alles Mist und Papas Kino und Opas Kino.
Leider stimmt das auch noch zum großen Teil und es stimmt natürlich genauso wenig als wenn ich jetzt sagen würde: alle Filme der Berliner Schule sind einfach stinklangweilig und öde, stinkende Moorleichen der Luxusproblematiker. Das eine ist so falsch wie das andere.
Es ist ja wirklich so, dass man sich vieles ansehen muss, um einiges Gutes zu entdecken. Das ist halt Arbeit, die wir uns nicht antun wollen. Deswegen sparen wir uns das und haben dann mangels Wissen gar keine Argumente mehr gegen die, die uns weiß machen wollen, dass der Film zwischen 1933 und 1945 eigentlich unpolitisch war, und wenn es dann politisch wurde, dann war nur Herr Goebbels schuld. Im Grunde war ja die ganze Filmindustrie unpolitisch und Anti-Nazi. Gab es außer Leni Riefenstahl überhaupt irgendjemanden, der mit dem System paktiert hat und nicht weiterfilmen durfte? Karl Ritter, NSDAP-Mitglied und Regisseur militaristischer Propagandafilme, durfte selbstverständlich in der Bundesrepublik weiterfilmen. Er behauptete allen Ernstes, er hätte im Dritten Reich lieber Märchenfilme gedreht als seine Fliegerfilme. Man ließ ihn reden, damit nur ja keine Diskussion aufkommt.

Was hat das nun alles mit Jannings zu tun? Jannings hat ebenfalls in einigen schlimmen NS-Filmen wie „Der Herrscher“ mitgespielt, und das fällt ihm natürlich bei denen, die die Filme kennen, zentnerschwer auf die Füße. Es liegt halt nicht „an dem generellen Desinteresse an Schauspielkunst“, sondern auch daran, dass sich keiner, der sich mit dem  Film-Erbe beschäftigt, durch ein Dickicht von Lügen und Beschönigungen kämpfen will. War Jannings nun Gegner, Mitläufer, Opportunist oder vielleicht auch Täter? Oder welche anderen Kriterien greifen hier? Man hätte es gern gewusst, aber es ist wohl zu mühsam, auch darüber noch nachzudenken.

Es ist schon symptomatisch, dass Frank Noack, der ein Buch über Jannings geschrieben hat, im Tagesspiegel einen Beitrag über Jannings schreibt und darauf hinweist, dass er ein Buch über Jannings geschrieben hat. Übrigens hieß „Madame Dubarry“ in den USA nicht „Power“, sondern „Passion“. Woran mag es nur liegen, dass man nicht einmal die Filmtitel richtig auf die Reihe kriegt?

Werner Sudendorf

Samstag, 16.06.2012

Abschied von den Fröschen

Vor vielleicht zwei Jahren gab es im „Arsenal“ eine kleine Hommage an Ulrich Schamoni, die mit „Chapeau Claque“ eröffnet wurde. Ulrich Schamoni kam in Berlin ja in vielen Verkörperungen vor; als Filmemacher, Autor, Gründer und Betreiber einer Radio- und Fernsehstation – immer also auch als Hans Dampf in allen Gassen. Er ließ sich nicht auf ein Genre festlegen und man konnte sich auch nicht darauf verlassen, dass Schamoni nur gute Filme machte. Es gab schlimme Abstürze. „Chapeau Claque“ dagegen ist ein wunderbarer Film, der gar keinem Genre angehört – wenn es so etwas wie „Faulenzerfilme“ gäbe, dann gehörte „Chapeau Claque“ dazu. Der Film spielt in dem Haus von Schamoni, das er nur verlässt, um in den Garten zu gehen. Großenteils – oder vielleicht sogar nur – ist Schamoni mit einem Bademantel bekleidet. Man muss ein bisschen Geduld haben, aber dann entwickelt der Film einen unglaublichen Charme und ein Gefühl von großer innerer Freiheit. Das Problem der Faulheit ist von Schamoni so endgültig gelöst, dass selbst Wolfgang Neuss verzweifelt ausruft: „Du mußt doch ein Ziel haben, etwas machen.“ Nein, braucht er nicht. Wir gingen aus dem Kino wie auf Wolken.
„Abschied von den Fröschen“ ist die poetische Verklärung dieser Existenz, die natürlich in keiner Weise faul ist, sondern anderen Vorstellungen, einem anderen Lebensentwurf folgt. Ulrich Schamoni hatte die Diagnose „Leukämie“ bekommen und stellt nun in der Wohnung und im Garten Kameras auf, mit denen er sein Leben und seine Welt dokumentiert. Zunächst ist man Beobachter dieses Lebens, dann wird man zu Schamonis Gast und schließlich ein Freund. Schamoni erzählt genau, wann er was aufgenommen hat, wann er wieder bei einer Behandlung war, aber vor allem begrüßt er den Zuschauer bei sich zu Hause – er erzählt die Geschichte von Hermann dem Cherusker, packt Spielzeug aus, heiratet, hat Gäste, mault über Bauarbeiten in Nachbars Garten. Einige Kameras sind mit einem kleinen Motor ausgestattet, der die Kamera einen Schwenk machen lässt. Schamoni läuft mit dem Schwenk mit, kommt manchmal aus dem Bild, dann wieder hinein. Oft beugt er sich zur Kamera herunter, spricht zu den Zuschauern, die ihn doch sehen sollen. Wir Zuschauer werden wirklich gut und mit Respekt behandelt – das ist selten, in anderen Filmen  werden wir nur noch überrollt und erschlagen von den Bildern.
Im Garten und im Haus sind kleine Figuren aufgestellt, die ihre ursprüngliche Bedeutung in diesem Kontext ins Poetische verändern. Jeder Tag ist etwas Neues, jede Stunde wird eine neue Zigarre angezündet. Das neue Jahr kommt, die Tür wird geöffnet – Schamoni bittet das neue Jahr zu sich hinein. Der Garten, die Frösche, Insekten, die Katze und die Früchte –alles spielt eine ganz eigene „Schamoni“-Musik, an der uns der Gastgeber teilhaben lässt.
Kleine dokumentarische Sequenzen aus dem Leben und den Filmen Schamonis beschleunigen den Fluss der Beobachtung. Die Montage kehrt dann wieder zu dem Hausherrn in seinem Aufzug, einem überdimensionierten Strampler, zurück.
Ulrike Schamoni hat aus etwa 150 Stunden Videomaterial einen 96minütigen Dokumentarfilm über ihren Vater montiert. In einigen Ankündigungen wird der Film als eine Dokumentation über das Sterben von Ulrich Schamoni angekündigt. Völlig falsch – das ist ein Film über das Leben, das Haus, den Garten, die wunderbare Welt des Ulrich Schamoni. So, wie Ulrike Schamoni ihren Film konzipiert hat, macht er Lust auf mehr Ulrich Schamoni. Wir möchten jetzt unbedingt eine DVD-Cassette mit seinen besten Filmen und ganz viel Bonus-Material.
Das Regenbogen-Kino zeigt in den nächsten Wochen noch mehr Filme von Ulrich Schamoni. Dafür ist mir kein Weg zu weit – und meiner ist wirklich sehr weit.
Werner Sudendorf

Samstag, 05.05.2012

Mit Marlene auf dem Kartoffelacker oder wie ich beinahe die „Berliner Morgenpost“ mit der „Süddeutschen Zeitung“ verwechselt hätte.

Vor etwa einem Monat bekam ich auf gut Glück ein Jahresabonnement der „Berliner Morgenpost“. Einfach so – ich hatte mich in eine Liste eingetragen, und zwei Wochen später steckte morgens die erste “Morgenpost” im Briefkasten. Nun lese ich sonst immer die „Süddeutsche“, aus ganz verschiedenen Gründen. Weil sie übersichtlich und gut geschrieben ist, sogar der Sport- und Wirtschaftsteil spannend sein können und weil ich morgens Brötchen hole und neben dem Bäcker ein Kiosk ist, den man einfach unterstützen muss.

Es ist gar nicht so einfach, die „Morgenpost“ zu lesen, wenn man die „Süddeutsche“ schon durch hat. Ich versuche das seit etwa vier Wochen, aber ich habe die „Morgenpost“ immer noch nicht verstanden. Manchmal habe ich das Gefühl, in der „Morgenpost“ stehen gar keine Nachrichten, sondern nur Interna aus dem Rathaus Friedenau oder Schmargendorf. Es gibt eine bunte Seite – die gibt es in jeder Zeitung und daran kann sich jeder Leser orientieren.
Bei der „Süddeutschen“ beenden die bunten Seiten – manchmal sind es nämlich zwei – den Nachrichtenteil. Dann kommen Feuilleton mit Fernsehen, Wirtschaft und Sport. Bei der „Morgenpost“ habe ich immer das Gefühl, die bunte Seite war so uninteressant, dass ich sie schon überschlagen habe.
Das Feuilleton der “Morgenpost” könnte in der Nähe des Kinoprogramms sein; die Kinoanzeigen sind in der „Morgenpost“ auf jeden Fall besser als im „Tagesspiegel“. Fast könnte man sagen, dass ich jetzt wegen besseren Lesbarkeit der Kinoanzeigen in der „Morgenpost“ häufiger ins Kino gehe. Das stimmt aber nicht wirklich, weil ich die Filmkritiken in der „Süddeutschen“ nicht mit den Kinoanzeigen in der „Morgenpost“ synchronisieren kann; selbst wenn ich in der „Morgenpost“ eine Filmkritik gelesen habe, denke ich immer noch, das sind Nachrichten aus dem Rathaus Schmargendorf. Ich weiss, dass ich den Filmkritikern der “Morgenpost” damit wirklich Unrecht tue; wenn ich das richtig verfolge, schreiben die Filmkritiker aber auch über Theater – oder stimmt das auch nicht? Egal, ich weiss nach vier Wochen sowieso nicht, was und wo das Feuilleton in der „Morgenpost“ ist.
Warum ich hier so rumschwätze, hat einen ganz anderen Grund. Heute stand auf der bunten Seite der „Süddeutschen“, die etwas hochtrabend „Panorama“ heißt, ein Artikel über Marlene Dietrich, der in der „Morgenpost“ nicht weiter aufgefallen wäre, aber eben nicht in der „Morgenpost“, sondern in der „Süddeutschen“ stand. Unter der Überschrift „Triumph des Eros“ schreibt Martin Zips zum 20. Todestag von Marlene Dietrich.
Wer ist Martin Zips? Zips hat beispielsweise Paul Kuhn zu den Zapfenstreich – Musiken beim Abschied des Bundespräsidenten befragt, er hat den Pächter der ältesten Tankstelle Deutschlands interviewt und die Fotografin Ingrid von Kruse darauf aufmerksam gemacht, dass ihr Coverbild des Gesprächsbuches Helmut Schmidt/Peer Steinbrück „falsch“ war. Zips schreibt also eigentlich nicht, sondern spricht mit Menschen und schreibt das dann auf. Die Menschen, mit denen Zips spricht, haben immer etwas Besonderes an sich oder können jedenfalls was Besonderes erzählen – so wie Hans Pleschinski.
Hans Pleschinski ist, wie jeder gebildete Mensch weiss oder nachsehen kann, Autor, Herausgeber und Übersetzer. Das Besondere an Hans Pleschinski ist, dass er 1980 Marlene Dietrich in Paris im Kino St. Andre des Arts begegnet ist. 1979 hatte sich Marlene nach einem weiteren Sturz entschlossen, ihre Wohnung nicht mehr zu verlassen. Sie zeigte sich weder Billie Wilder noch Hildegard Knef. Aber sie ging ins Kino und dort  sah Pleschinski „eine kleine hutzlige Frau, schäbig angezogen. Sie trug Stiefel und einen durchsichtigen Regenumhang und wirkte wie eine pommersche Bäuerin auf dem Kartoffelacker. Es war die Dietrich, Irrtum ausgeschlossen.“
Und ging ins Kino – trippelditrapp – wie pommersche Bäuerinnnen auf dem Kartoffelacker das so machen wenn sie in Paris sind.
Pleschinski beschreibt übrigens diese Szene in seinem Roman „Bildnis eines Unsichtbaren“, der bei Hanser erschienen ist, 271 Seiten hat und 19.90 Euro kostet.

Martin Zips wäre kein SZ-Reporter, wenn er  neben dem Buchtitel nicht noch etwas Aufregendes aus Hans Pleschinski herausholen würde. „Auch wenn es heisst,” so Pleschinski, “sie habe in ihren letzten zwölf Jahren bis zu ihrem Tod 1992 das Bett ihres Pariser Appartements nicht mehr verlassen, so kenne ich doch eine Reihe von Personen, die sie da und dort gesehen haben wollen.“

Genau, genau – die kenne ich auch.

Mittwoch, 04.04.2012

Filme der Fünfziger VI

1950 wurde die Schauspielerin Sonja Ziemann mit „Schwarzwaldmädel“ von Hans Deppe die beliebteste Filmschauspielerin Deutschlands; die Kinobesitzer liebten Sonja Ziemann und das Geld, das ihnen „Schwarzwaldmädel“ einbrachte. Ein Jahr darauf gelang der Berolina Film mit „Grün ist die Heide“ – wieder mit Ziemann in der Hauptrolle – ein noch viel größerer Erfolg. Alle waren verrückt nach dem Traumpaar Sonja Ziemann/ Rudolf Prack. Nun möchte man sich vorstellen, dass ein skrupelloser Agent – etwa so jemand wie der Romy-Stiefvater Blatzheim, dem in manchen Biographien auch noch schändliche Inzest-Gelüste nachgesagt werden – das Paar Ziemann/Prack in immer noch prächtigeren Schmonzetten verheizt. Aber es war alles viel banaler, denn es folgten zwei Filme, die gar nichts mit dem Heimatfilm, aber viel mit deutscher Befindlichkeit zu tun hatten.
Anfang der fünfziger Jahre scheint es Wohnungsnot gegeben zu haben; in der real-Film Produktion „Schön muss man sein“ (1950/51) schlafen Vater und Sohn Holunder (Willy Fritsch und Hardy Krüger) in einem Zimmer. Die beiden sind Komponisten und gute Kumpel. Sie führen ein flottes Junggesellen-Leben; die Küche ist eine groteske Schweinerei, das Wohnzimmer von Parties versifft – so wie Männer ohne Frauen eben leben. Anny Ondra spielt eine verzickte und dauerbeleidigte Operettensoubrette, Rudolf Platte einen verzweifelten Theaterdirektor. Der Film wurde von Akos von Rathonyi inszeniert. Die Biographie des Regisseurs, die man bei Wikipedia nachlesen kann, ist ungleich interessanter als seine Filme. In dieser Verwechslungskomödie versucht er einige Balletszenen nach Busby-Berkeley-Manier aufzulösen. Das geht in „Schön muss man sein“ genauso schief wie in „Maharadscha wider Willen“ (1950), gleichfalls eine Rathonyi-Inszenierung.
„Schön muss man sein“ ist kaum mehr als ein auf Länge getrimmter Herrenwitz. Ein „Irrenarzt“ untersucht Annie Ondra und stellt schwere seelische Störungen fest, Hans Richter schminkt sich auf Neger und färbt ab. Auf einen Farbigen ist die Zeile gemünzt „Ich sehe schwarz“. Lieder werden gesungen und das rrr wird gerollt – wir haben es mit echten Schauspielern zu tun. Hardy Krüger mit seiner Haartolle bekommt Sonja Ziemann als Braut, und Willy Fritsch geht leer aus.
Noch katastrophaler ist „Maharadscha wider Willen“, eine CCC-Produktion; ein Haarwuchmittelfabrikant (Kurt Seyfert) flieht vor seinen Kunden ins Ausland, in den Ort Zet. Dort gibt es einen Doktor, der die Haare zuverlässig wieder wachsen lässt, den man aber den ganzen Film über nicht zu Gesicht bekommt. Die Tochter des Fabrikanten (Sonja Ziemann) folgt dem Vater im Auto eines Maharadschah, der inkognito nach Zet fährt. Sein Sekretär ist Rudolf Prack. Interessant ist in diesem Film, dass man ohne Pass und Reisegenehmigung nicht über die Grenze kommt und dass Sonja Ziemann vor ihrem Vater einen Bauchtanz aufführt. Das gute am Inzest ist ja, dass er so bequem ist. Deshalb kommt er auch immer mal unter dem zeichen „Hoppla, das wär ja jetzt was gewesen“ im deutschen Film vor. Und ganz deutlich sieht man, dass Rudolf Prack als die bürgerliche Nachkriegsausgabe von Willy Birgel angelegt ist. Prack reichen als schauspielerisches Rüstzeug ein Anzug und ein steifer Rücken. Georg Thomalla hat eine Rolle als Attentäter. Das ist, zwei Jahre nach dem Tod von Gandhi, besonders geschmacklos.
Beide Filme wurden schon bei ihrer Uraufführung von der Kritik verrissen. Weil sie aber so lieb war, blieb Sonja Ziemann weiterhin populär und überstand diese Plotten, die für sie und andere gestrickt wurden.

Sonntag, 18.03.2012

Bücher, die man leicht übersieht

William Gillespie: Karl Ritter. His Life and „Zeitfilms“ under National Socialism.
German Films Dot Net. Australien 2012.

Karl Ritter war einer der erfolgreichsten Filmregisseure im Dritten Reich, ein, so sagte er von sich, überzeugter Nazi, der wie so viele nach dem Krieg als Mitläufer eingestuft wurde. In der Nachkriegszeit hat er in der Bundesrepublik noch einige Filme gemacht. Heute kann man die NS-Filme nicht sehen und auch nicht auf DVD bekommen; die Nachkriegsfilme sind fast genauso schwierig.
Es gibt ja ein Berührungsverbot mit dem NS-Film; die Vorbehaltsfilme, vormals Verbotsfilme, dürfen nur mit Einführung und wissenschaftlicher Begleitung gezeigt werden. Als DVD sind sie nicht erhältlich. Alle anderen Filme gelten als unpolitische Unterhaltungsfilme, was natürlich auch grober Unsinn ist. Aber offiziell sieht es so aus als käme der Nazi-Film als Filmerbe in unserer Lebenswirklichkeit nicht vor. Damit haben wir die Geschichte ganz prima entsorgt und brauchen uns darüber keine Gedanken mehr zu machen. Wer die Vorbehaltsfilme oder mehr als nur das schmale Angebot an „unpolitischen“ Unterhaltungsfilmen sehen will, der wird auf die Piratenseiten oder die Seiten von rechtsradikalen Organisationen getrieben. Deutsche Filmgeschichte zwischen 1933 und 1945 ist ein Tabu-Thema und auch wieder nicht. Sagen wir mal so: Unser Verhältnis zum deutschen Film zwischen 1933 und 1945 ist etwa so wie das  Verhältnis des Vatikans zur Empfängnisverhütung.
Natürlich gibt es jede Menge wissenschaftliche und akademische Literatur zum NS-Film; das ungeliebte Erbe wird ja unter jedem denkbaren ideologiekritischen Aspekt untersucht. Demgegenüber gibt es die Gruppe der Historiker, die uns beweisen wollen, dass alles ganz anders, nicht so schlimm und schon gar nicht ideologisch war. Die deutschen Filmschaffenden, so die Thesen, waren entweder unpolitisch oder heimlich gegen das System. Wer also wie Harlan einen Film wie „Jud Süss“ drehte, der wollte vor allem verhindern, dass der Film noch schlimmer, noch antisemitischer wurde. Die intellektuellen Verrenkungen, um Harlan, Jannings und andere zu retten, sind immer bedeutend gewesen.

Karl Ritter, so ein deutscher Filmhistoriker, ist vor allem ein Action-Regisseur, er ist unser Howard Hawks . Das kann man leider kaum nachprüfen, denn die Filme darf man nicht sehen, aber es mag schon stimmen. Wäre „Only Angels have Wings“ in Deutschland gedreht worden, wäre das auch ein deutsches Heldenstück geworden. William Gillespie hat jetzt das erste Buch über Karl Ritter vorgelegt. Das ist keine Anlayse seiner Filme, sondern ein Bericht über das Leben Karl Ritters – eine Art erweiterter Chronik. Dazu gibt es Texte von Karl Ritter, eine englische Übersetzung der deutschen Publikation über Karl Ritter von Kurt Höllger und Dokumente aus der Sammlung von Gillespie. Das alles ist auf englisch erschienen und eigentlich nur über www.germanfilms.net oder http://www.ihffilm.com zu bekommen.
Immerhin, das ist ein Anfang.

PS: Die erste Auflage von Bernard Eisenschitz`Buch über Fritz Lang ist übrigens schon vergriffen. Wer es jetzt nicht hat, ist  eben neese.

Montag, 27.02.2012

Unsere Jungs und Mädels von der Bundesregierung – reichlich breit

“Damit Filmklassiker auch in Zukunft noch von einem breiten Publikum gesehen werden können, müssen sie digitalisiert werden. Der Bund fördert daher die Digitalisierung des nationalen Filmerbes.

Ob Murnaus Stummfilm “Nosferatu” oder Carl von Sternheims “Der blaue Engel” mit Marlene Dietrich – ohne die Digitalisierung könnten Filmklassiker wie diese bald nicht mehr in deutschen Kinos gezeigt werden. Im Zuge der Umrüstung der Kinos auf digitale Projektion werden die analogen 35-Millimeter-Filmrollen bald der Vergangenheit angehören.”

Kann der wirkliche Carl von Sternheim bitte aufstehen?

Die volle Breitseite ist hier.

Mittwoch, 15.02.2012

Filme der Fünfziger V

Kenneth Spencer war ein farbiger amerikanischer Sänger, der sich Anfang der fünfziger Jahre in Wuppertal  niederliess. In Deutschland wurde er vielen durch seine Interpretation von „Ol’ Man River“ bekannt.

In „Mein Bruder Joshua“ (1956), der auch unter dem Titel „Der Bauer vom Brucknerhof“ gezeigt wird, fährt Spencer vorwiegend heiter singend und in Uniform mit einem amerikanischen Militärjeep umher. Joshua ist ein sonniges Gemüt; wir sollen denken, dass er in der ländlichen Umgebung kein Fremder bleibt. Sind die Kinder einmal aufgebracht oder zu wild, verteilt Joshua Schokolade und alle beruhigen sich wieder. Regisseur Hans Deppe inszeniert ihn für die Kinder und für uns auch als Stimmungskanone; Joshua führt singend eine Polonaise an, die Kinder folgen ihm lahm und lustlos. Man sieht deutlich, wie falsch das Bild ist.

Willy Kleinau spielt Mathias, den Bauern vom Brucknerhof. Wegen Mordes an seiner Frau saß er 18 Jahre im Gefängnis; jetzt kehrt er auf den Hof zurück. Seine Schwägerin Franziska (Bertha Drews), ein böses Weibsbild, will ihn gleich vom Hof jagen. Aber Mathias Bruckner hat das Recht auf seiner Seite, der Hof gehört weiter ihm. Wir erfahren auch, dass der Mord kein richtiger Mord war, sondern eher Tötung auf Verlangen. Franziska hatte den Sachverhalt gegenüber der Polizei bewusst falsch dargestellt. Nun hetzt sie das ganze Dorf und auch Bruckners Tochter Lena (Ingrid Andree) gegen Mathias auf. Nur Joshua hält zu Mathias Bruckner und mobilisiert seine Kumpane aus der Armee, um Mathias bei der Ernte zu helfen. „Zwei Freunde hast Du“, sagt Joshua. „Mich und den lieben Gott.“

Spielt es eine Rolle, dass der Mord in der NS-Zeit geschehen ist? Eigentlich nicht. Das Rückkehrer-Motiv überwiegt; dass das in der NS-Zeit verübte Verbrechen eigfentlich kein Verbrechen war, muss auch klargestellt werden.

Auftritt Gunnar Möller in der Rolle des Jungbauern Christoph Wiesner, verliebt in Lena Bruckner. Den Auftritt begleiten tatsächlich Flötentöne, Möller ist die personifizierte Gutwilligkeit. Überhaupt meinen es alle gut miteinander, wäre da nicht die böse Schwägerin und ihr Sohn Hans (Jan Hendriks), der den Bruckner Hof erben will. Hans will Lena vergewaltigen, Hans ist aber auch der Freund der Kellnerin Hildegard, die wiederum von  Joshua verehrt und mit Geschenken bedacht wird. Hildegard stürzt eine Treppe hinunter in den Tod und Hans bezichtigt Joshua, sie gestossen zu haben.

Mathias und Joshua sind zwei Einzelgänger, isoliert und zu Unrecht verfolgt; der eine ein Rückkehrer, der andere ein Dagebliebener. Die Gesellschaft arrangiert sich nur widerwillig, am liebsten gar nicht mit den Störenfrieden. Der Farbige immerhin spricht mit schöner Stimme und leckerer Schokolade die Sinne an; das heisst aber noch lange nicht, dass er sich an unsere Frauen ranmachen darf. Kleinau ist eine Heinrich George Figur im Kleinformat; ihm fällt das Gehen, das Sprechen, ja das ganze Leben schwer. Man will im Dorf eigentlich nichts wissen von den seltsamen Männern und der Welt.

Dass Spencer als Onkel Tom im Dorf und auf der Heide angekommen ist; dass der Bote aus der schlimmen Vergangenheit von der Dorfgemeinschaft angenommen wird – das alles ist ja gelogen und Propaganda. Waren die Amerikaner 1956 auf dem Dorf wirklich so gut angesehen oder eher gefürchtet? Der Hass auf das Draussen, die Furcht vor dem Fremden ist stärker als die Idylle, die nur noch gelegentlich als Genrebild gemalt wird. Ingrid Andree,  die Tochter von Mathias Bruckner spielt, sagt es deutlich: „Was weißt Du schon, was es bedeutet, die Tochter eines Mörders zu sein?“ Es ist die Hölle.

Sonntag, 12.02.2012

Filme der Fünfziger IV

Hitparaden gab es – so Wikipedia – in Deutschland ab 1954; davor sendete das Radio – nach amerikanischem Vorbild – die Schlagerparade. In der Schlagerparade wurde  deutsches Liedgut rhythmisch aufgemöbelt. Big Bands und Tanzkapellen waren top. Davon, dass die Kenner sowieso AFN hörten, wollen wir jetzt mal gar nichts wissen.
Polydor verbündete sich mit Rundfunk und Film und startete die Schlagerparade auch im Kino. In „Heimweh nach Dir“ (1952; Regie: Robert A. Stemmle) spielen nur Polydor-Stars; die Playback-Aufnahmen wurden im Berliner Esplanade gemacht –ausgewähltes Publikum war im Juni 1952 zum „Polydor-Cocktail“ geladen. Friedel Hensch und die Cypris, Bully Buhlan, Rita Paul, Rudi Schuricke, Werner Müller und Helmut Zacharias spielten auf. Gerhard Wendland wurde genannt, aber ich habe ihn nicht gesehen. Werner Müller dirigierte die Rias Big Band; mit dem Geiger Helmut Zacharias hatte er schon 1943 eine Wehrmachts-Tournee durch Deutschland unternommen. Was für Musik werden wir wohl hören?
In einer Reithalle spielt eine auf „Alter Fritz“ kostümierte Musikkapelle lustlos und etwas falsch Marschmusik für eine Reitergarde. Ja, wenn sie ihre eigene Musik spielen dürften! Sie dürfen, man hört nun etwas wie Dixieland; die Pferde werden verrückt und werfen die Reiter ab. Die Negermusik macht die Pferde scheu – das ist auch in den fünfziger Jahren noch ein Brüller. Und immer ist im deutschen Film ein gütiges Schicksal zur Hand; diesmal ist es der eher smarte Herr Petermann (Martin Held), der die Kapelle gleich eine Stufe weiter vermittelt; eine Sängerin wäre gut und die Dixieland-Musik – „na na“ – die sei ja eigentlich verboten. Wir befinden uns in der Zeit des 3. Reiches. Margot Hielscher wird die Sängerin der Band, die sich jetzt „Flotte Fünf“ nennt. Mit Peter Pasetti, dem Bandleader, und dem Schlagzeuger Peter Mosbacher hat Margot Hielscher ein Verhältnis. Es gibt einen Riesenkrach – gerade als man ans Geldverdienen denken kann –, dann ist Krieg. Einberufung – und aus ist‘s mit der Karrier‘.

Ein Leierkastenmann, der schon die erste Episode angekündigt hatte, erklärt nun die Nachkriegszeit für eröffnet. Walter Gross verkauft Bockwurst (man sagt: wurscht, das klingt volkstümlicher) am Bahnhof Zoo, Peter Mosbacher und Wilfried Seyfert treffen sich auf der Landstrasse, Pasetti treibt die Sehnsucht aus Wien nach Berlin. Nur Lukschy ist bereits Arzt in Hamburg, aber zufällig auch wieder in Berlin. Im Resi, dem grossen Tanzlokal in Neukölln, kommt die versprengte Truppe schicksalsgewollt wieder zusammen.
Wilfried Seyfert in der Rolle des hellen Kerlchens nimmt im Resi an einem Quiz teil; dem Gewinner winkt eine Fernsehtruhe. Seyfert bekommt für die falschesten Antworten alle Trostpreise auf einmal: Flasche Dujardin, Schuhe, Hut, Radiokoffer Bajazzo, Fahrrad, Oberhemd und Krawatte. Das VW Cabrio hatte ja schon Sonja Ziemann in „Grün ist die Heide“ abgeräumt.
Im Resi singt auch Bully Buhlan, der eigentlich gern Mitglied der Flotten Fünf wäre. Sein Wunsch geht in Erfüllung. Margot Hielscher hat sich unglücklich nach Amerika verheiratet, ist jetzt aber auch im Resi zurück und sieht natürlich „grossartig“ aus. Ach Kinder, alles ist so schön wie früher; nein, noch früher als schöner müsste Walter Gross jetzt sagen. Vor 1945 gab es nämlich keine Schöneberger Sängerknaben und  die Gala der Filmfestspiele in der Waldbühne ist auch ganz neu.
Es zählt das positive Gemeinschaftserlebnis – fast möchte man sagen „Volksgemeinschaftserlebnis“; die Brüche in den Biographien werden gemeinsam weggeschunkelt. Paul Esser in einer Nebenrolle kann doch eigentlich auch ganz zufrieden sein; dass er im Krieg den Arm verloren hat, ist gar nicht so schlimm. Er spielt ja gar kein Instrument. Irgendwann fällt der Satz: Wundervoll gewesen, damals. Und alle trappeln unruhig mit den Füssen, weil es jetzt noch besser werden soll.

Igor Oberberg fotografierte die Gemeinschaftsbilder. Zur Premiere wurden an der Gedächtniskirche 1.000 Luftballons in den Himmel geschickt als Gruss an die Brüder und Schwestern in der Zone. Die werden sich mächtig  gefreut haben über das bisschen Luft in Tüten.

Dienstag, 07.02.2012

Fritz Lang au travail

Da jetzt in jedem zweiten Artikel über Babelsberg und die deutsche Filmgeschichte der Name Fritz Lang genannt wird und weil im Zeughaus die beeindruckende Fritz Lang Retro gezeigt wird, könnte man sich fragen, wo denn das neue, tolle Buch über Fritz Lang bleibt.

Es ist ja schon da, man muss es nur finden – unsere deutschen Exegeten lesen aber keine französischen Bücher. Die Franzosen, wir wollen gerecht bleiben, lesen noch weniger deutsche Filmbücher.

Bernard Eisenschitz hat an “Fritz Lang au travail” lange Jahre gearbeitet; er hat deutsche, amerikanische und französische Archive durchforstet – dann kamen die Cahiers du Cinema in eine Krise, der Verlag wurde von Phaidon übernommen, die Lektorin erkrankte und dann: ja, dann hatte Eisenschitz auch keine Lust mehr, dann zieht sich alles so furchtbar hin und dann muss es doch sein und jetzt hat Eisenschitz das schönste Buch über Lang gemacht, das man sich vorstellen kann.

Das “Metropolis”-Cover hätte man sich schenken können, aber dann gibt es kaum eine der 272 Seiten, auf der man nicht erstaunt ist über die Fotos, die Dokumente, die Entschlüsselungen, die vielen Querbezüge. Man mag das Buch gar nicht aus der Hand legen und nimmt es nach jedem Fritz Lang Film wieder vor. Auch ohne Französisch-Kenntnisse kann man sich gut zurechtfinden; das Buch ist nach Filmtiteln und chronologisch geordnet.

Nein, ich verleih das Buch nicht, auf gar keinen Fall. Es ist 2011 bei Phaidon Paris erschienen, heißt “Fritz Lang au travail”, ist teuer und jeden cent wert.

Eisenschitz kann man hier auch sehen und hören.

Freitag, 03.02.2012

Filme der Fünfziger III

Georg Bruckbauer und Willy Winterstein führen die Kamera, Rolf Zehetbauer ist der Architekt, Willi Forst hatte die Idee und Bert Grund ist neben Peter Kreuder der Komponist in „Alle kann ich nicht heiraten“. Das ist – für das Jahr 1952 – keine schlechte Besetzung.  Hans Wolff, kein sehr bekannter Name, führt Regie.  Und dann ist alles ganz banal.

Hardy Krüger und Adrian Hoven sind zwei  junge Pianisten, die in einem Instrumentengeschäft ihr Leben fristen.  Das ist endlich mal ein Laden, der sich Personal leisten kann:  eine einheitlich gekleidete Mädchengarde (ganze fünf), der Chef, die zwei Klavierspieler und mindestens noch zwei Arbeiter. Es gibt ein ganzes Regiment von Mitarbeitern. Krüger und Hoven (blond und schwarz) streiten sich nicht um Mädchenbekanntschaften  – sie würfeln sie aus. 1952 herrscht offensichtlich Mangel an Männern; die jungen Frauen sind Beutegut.
Die Musiker wohnen in einem Zimmer und schlafen in zwei fast nebeneinander stehenden Betten. Sie haben einen Bekannten (Joachim Brennecke), der beim Radio arbeitet und die Glücksfee des Films ist. Er nimmt die beiden Pianisten beim Spielen eines flotten Stückes heimlich auf; das Stück gewinnt in einem Wettbewerb des Rundfunks den ersten Preis. Vom Preisgeld fahren die beiden Pianisten nach St. Moritz, wo sie ohne Sinn und Verstand ihr kleines  Geld ausgeben und Bräute aufmischen wollen.
Die Bar des Royal Engadin sieht aus wie ein Studentenlokal; mindestens eine Bar muss es im Film der fünfziger Jahre immer geben. In St. Moritz gibt es noch eine zweite,  draussen im Schnee vorm Hotel. Ins Hotel kommt Sonja Ziemann als türkische Gräfin – sie schweigt sich aus, tut schön und geheimnisvoll. Später stellt sich heraus, dass sie einfach ein Mannequin  ist, das schöne Kleider trägt. Ziemann singt in der Bar: Warte bis Dein Stern sich wendet/ und verliere nicht den Mut/ Denn sobald Dein Stern sich wendet/ Geht es Dir bestimmt ja wieder gut. Wir befinden uns in einer Aufmunterungsphase;  den Musikern geht das Geld aus.
Gut, dass die Glücksfee vom Radio wieder kommt. Sonja Ziemann singt mit den Musikern und zieht sogar bei ihnen ein. Nun wohnen sie zu dritt in einer Wohnung. Das kann nicht gutgehen; der Freund aus dem Radio nimmt Gott sei Dank die Ziemann zur Braut. Zwischendurch war sie verloren gegangen; der Freund vom Radio hat dann einfach eine Suchmeldung über den Äther geschickt. Man hörte doch täglich Meldungen von Vermissten, warum dann nicht auch mal die Freundin suchen lassen?
Reichlich penetrant spricht hier mal der eine, mal der andere von einer „grossartigen Idee“ und plappert den Wehrmachtsjargon der vierziger in Zivil nach. Zehetbauer hat Nierentische und mit Luftballon-Motiven bedruckte Sessel in die Dekoration gestellt; die Kamera versucht ein, zwei Fahrten und leuchtet einige Grossaufnahmen ganz professionell aus.
Zum Schluss gehen die Buddies Hardy Krüger und Adrian Hovenwie am Anfang auf Mädchenjagd; aber es gibt keinen Nachfolgefilm.  Hoven spielte dann in Veit Harlans Indienfilmen und Hardy Krüger übte sich als maskuline, blonde Versuchung.