Donnerstag, 02.04.2026

Mutter mit 14

 

Filmtitel:  Mutter mit 14

FWU-Film: Ja

Produktionsland: Deutschland

Produktionsjahr: 1984

Filmdauer in Minuten: 15

Filmmaterial: Farbe, Lichtton

Originalformat: 16 mm

Produktion: FWU

Regie: Karlheinz Rehbach

Seite des Films auf Filmportal.de

 

Daten zur Kopie

Kopienherkunft: Institut für Medienwissenschaften, Universität Paderborn

Sichtungsformat: 16 mm, Farbe, Lichtton

Filmdauer: 15 min

Mängel: Rotstich, Kratz- und Schleiflinien

Weitere Materialien: Begleitkarte

 

Zum Film: Am Anfang kommen jugendliche Jungen zu Wort, die nach ihren Vorstellungen über Sexualität und mögliche Risiken gefragt werden. Viele äußern sich dabei relativ sorglos und gehen davon aus, dass nichts passieren könne. Es folgt anschließend ein Interview mit der schwangeren Simone, die in ihrem Kinderzimmer zu sehen ist. In dem Gespräch berichtet sie, dass sie sich zuvor kaum mit Fragen der Verhütung und Schwangerschaft beschäftigt habe. Auch Simones Eltern werden interviewt. Sie reagieren mit großer Bestürzung und Enttäuschung auf die Situation und äußern Kritik an der aus ihrer Sicht unzureichenden Aufklärung über Sexualität. In Gesprächen wird außerdem betont, dass die Schwangerschaft möglichst vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben soll. So muss Simone sich in ihrer Nachbarschaft immer eine Jacke überziehen, die ihren Bauch verdeckt. Der Film begleitet Simone auch bei Arztbesuchen und sie redet über die zunehmenden Belastungen, die mit der Schwangerschaft verbunden sind.

Eine Lehrerin erklärt den schulischen Rahmen der Sexualaufklärung und weist darauf hin, dass diese durch Gespräche innerhalb der Familie dringend neben dem Unterricht ergänzt werden müsse. Auch eine Mitarbeiterin des Jugendamts kommt zu Wort und erläutert, welche Unterstützungsmöglichkeiten es in solchen Fällen gibt. Der Vater des ungeborenen Kindes übernimmt im Film keine erkennbare Verantwortung.

Nach der Geburt erscheint Simone erneut im Interview. Sie berichtet über ihre Erfahrungen während der Geburt und äußert den Wunsch, ihr Kind selbst großzuziehen und Verantwortung zu übernehmen. In der abschließenden Sequenz informiert jedoch eine Texteinblendung darüber, dass das Kind nach Gesprächen mit dem Jugendamt zur Adoption freigegeben wurde.

 

 

Anmerkungen:

Dieser Film war sehr eindrücklich und wir haben im Seminar noch lange nach der Sichtung darüber diskutiert:

„Es wird nur mit Interviews gearbeitet. Der Film stellt die Teenager-Schwangerschaft sehr abwertend dar“ (LG)

„Besonders da es sich bei dieser Produktion nicht um ein Schauspiel handelt, sondern es sich um einen richtigen Erfahrungsbericht handelt, ist der Film nicht nur imposant, sondern teils sogar erschütternd“ (MW)

„Besonders eindrücklich ist auch wie die Verantwortung für Simones Situation und ungewollte Schwangerschaft bei Minderjährigen von Simones Eltern auf die Aufklärung in der Schule geschoben wird und von Lehrkräften auf die fehlende Lernbereitschaft der Schüler*innen. Der Film zielt merklich darauf ab, die Schüler*innen für dieses Thema zu sensibilisieren und nachzuvollziehen, welche Konsequenzen aus einer ungewollten Schwangerschaft besonders für die Frau hervorgehen“ (JR)

„Der Film wirkt deutlich pädagogisch ausgerichtet und möchte Diskussionen über Verantwortung, Sexualität und Unterstützungsmöglichkeiten anregen“ (AO)

„Der Film verzichtet auf einen Off-Kommentator […]. Ziel ist es, Empathie zu fördern, Prävention zu unterstützen und gesellschaftliche Verantwortung im Umgang mit minderjährigen Schwangerschaften zu reflektieren“ (NM)

Auch über die Entwicklung von Simone wurde viel diskutiert. Es entsteht in einigen Szenen ein starker Kontrast der schwangeren 14-Jährigen und ihrem sehr kindlich eingerichteten Zimmer voller Teddybären. Wir waren im Seminar trotzdem alle der Meinung, dass sie sich zwischen dem ersten und zweiten Interview schon sehr weiterentwickelt hat, weshalb die Einblendung, dass das Kind zur Adoption freigegeben wurde, dann doch noch etwas schockierend war. Außerdem kam die Frage auf, was aus dem Kind und der Mutter geworden ist und ob sie sich mittlerweile vielleicht doch kennen oder getroffen haben.

Zudem war die Schuldzuweisung im Film sehr interessant, da sowohl die Eltern als auch die Lehrerin der Meinung waren, dass in der Schule und zu Hause viel mehr für die Aufklärung der Jugendlichen getan werden müsste. Auf einige Teilnehmende wirkte der Lehrfilm deswegen leicht wie eine Kritik am Schulsystem.

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