Sonntag, 27.06.2021

Frederic Rzewski, 1938 – 2021

Gestern, erfahre ich von Stefan Ripplinger, ist Frederic Rzewski gestorben. Wir sahen und hörten ihn im Frühjahr 2019 im Haus der Berliner Festspiele. Er spielte The People United Will Never Be Defeated. 36 Variationen über „El pueblo unido jamás será vencido“ für Klavier (1975), seinen Kommentar zur Zweihundertjahrfeier der USA – raumgreifend, kämpferisch, widerständig auch gegenüber dem aufdringlichen Gebläse der Saallüftung.

***

Gerd Conradt hat 1966 den Film Frederic Rzewski isst Spaghetti bei Carlone Via della Luce 5 gedreht und Rzewski in den folgenden Jahren und Jahrzehnten immer wieder getroffen und gefilmt.

Turn your Eyes to the Present von 2015 ist hier auf Conradts YouTube-Kanal zu sehen.

Ebenfalls auf dem Kanal (hier): ein Gespräch zwischen Conradt und Rzewski aus dem Jahr 2020.

Sonntag, 13.06.2021

GESCHWISTER

Für Irena

Meine Dichterschwester
zwei Straßen weiter
sorgt sich wegen des angekündigten Sturms
befürchtet die Gasrechnung wird steigen
wie auch die Zahl der rechten Wähler in Österreich
sie setzt sich auseinander
mit den unzähligen Problemen der Ziehtochter
die stets auf dem Boden sitzt
eine Träne im Auge
wegen des Bekannten
der unters Auto kam
leidet auch wegen eines Wölkchens
auf der Stirn des Freundes aus Chile
fragt ob ich meinen Steuerverpflichtungen nachkomme
und die Gesetze der Ampel
an der Leibnizkreuzung achte
denkt ich solle mich nicht herumtreiben
um Mitternacht am Alexanderplatz
wo sich zweifelhafte Typen aufhalten könnten
glaubt nicht dass die Berliner Mauer ganz gefallen ist
quält sich wegen des Selbstmords
der Unica Zürn
vor mehr als zwanzig Jahren
und jenes längst vergangenen Schicksals
der Frau Woolf aus England
telefoniert mit den Verwandten aber kurz
disputiert mit dem Mann einem Deutschen
zwei Dichter in einem Zimmer
das ist zuviel
geht mit kleinen Schritten den langen Flur
der Wohnung hinunter
und kehrt zurück
als wäre sie in Afrika gewesen
so arbeitet ihre Sorgenmanufaktur

das Bleistiftherz meiner Sprache
gebrochen an der Wurzel
ich schreibe Gedichte statt ihrer

(Bora Ćosić, DIE TOTEN. Das Berlin meiner Gedichte.
Aus dem Serbischen von Irena Vrkljan und Benno Meyer-Wehlack
Berlin (DAAD), 2001, S. 86/87)

Freitag, 14.05.2021

Mittwoch, 28.04.2021

gun crazy

gun crazy. Ein Videoessay zu Johnny Guitar (Nicholas Ray, USA 1954)
Von Alina Litau, Judith Stobbe, Adnan Zecevic

Entstanden im Seminar Praktische Filmkritik, geleitet von Michael Baute. Wintersemester 2020/21, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Freitag, 23.04.2021

Radiohinweis

Tränen im Kino
Die Lange Nacht der Melodramen von Douglas Sirk
Von Martina Müller
Regie: die Autorin

Deutschlandfunk, Samstag, 24.4., 23.05 bis 2.00 Uhr (*)

Deutschlandfunk Kultur, Samstag, 24.4., 00.05 bis 3.00 Uhr (*)

„Douglas, I want 500 handkerchiefs to come out right here!“ (Ross Hunter)

Taschentücher bereithalten.

Mittwoch, 24.03.2021

Irena Vrkljan, 21.8.1930 – 23.3.2021

* Volker Pantenburg: Ich habe gelernt. Hingeschaut. Notiz zu Irena Vrkljan

Montag, 08.03.2021

Paratexte der FILMKRITIK (17): Index 1957–1961

Von Anfang an ist die Filmkritik mit dem Selbstbewusstsein aufgetreten, dass ihre Texte über die Tagesaktualität hinaus relevant sein würden: jahrgangsweise durchgehende Seitenzählung, später Sammelordner und regelmäßig erstellte Register, die aus der Monatszeitschrift ein Kompendium machten, dessen Beiträge nach Filmtiteln und Autorennamen durchsuchbar waren.

Im meines Wissens ersten dieser Register sind die ersten 5 Jahrgänge von 1957 bis 1961 erfasst.

Als PDF findet sich das 32-seitige Heft hier.

Bei dieser Gelegenheit auch erneut der Hinweis auf die späteren Register, die Franz-Josef Knape erstellt hat:

Filmkritik: Register der Jahrgänge 1957–1974 (1975) (pdf)
Filmkritik: Register der Jahrgänge 1975–1984 (2018) (pdf)

Montag, 22.02.2021

Petition

Offener Brief an den Kölnischen Kunstverein für den Erhalt des „Kino 813 in der BRÜCKE“

Dienstag, 19.01.2021



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