Donnerstag, 02.04.2026

AIDS – die tödliche Seuche Teil 1

Filmtitel:  AIDS – die tödliche Seuche Teil 1

FWU-Film: Ja

Produktionsland: Deutschland

Produktionsjahr: 1986

Filmdauer in Minuten: 15

Filmmaterial: Farbe, Lichtton

Originalformat: k.A.

Produktion: k.A.

Regie: k.A.

Seite des Films auf Filmportal.de

 

Daten zur Kopie

Kopienherkunft: Institut für Medienwissenschaften, Universität Paderborn

Sichtungsformat: 16 mm, Farbe, Lichtton

Filmdauer: 22 min

Mängel: leichtes Flackern, gelbes Flackern, Kratz- und Schleiflinien

Weitere Materialien: Beiheft

 

Zum Film: Am Anfang spricht eine Nachrichtensprecherin über die Krankheit AIDS. Danach kommen drei Männer zu Wort, die über Missverständnisse über AIDS berichten, welche in der Gesellschaft kursierten. Es kommen auch immer wieder Informationsgrafiken vor, die die Übertragungswege von AIDS erläutern. Der Fokus liegt aber hauptsächlich auf dem Interview mit einem Betroffenen, der über die persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit und gesellschaftlicher Diskriminierung spricht. Auch er spricht die Vorurteile an, die damals weit verbreitet waren, insbesondere im Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung. Es werden AIDS-Hilfsgruppen vorgestellt. Weitere Szenen merken an, dass trotz intensiver Forschung zu diesem Zeitpunkt noch vieles über die Krankheit ungeklärt war. Trotzdem wurden Presseberichte und Schlagzeilen schon damals von Ärzten kritisch betrachtet und widerlegt, um übertriebene Ängste in der Bevölkerung abzubauen.

 

Anmerkungen:

Zu Beginn war der Film wie ein Fernsehformat aufgebaut. Die Krankheit wird im Laufe des Films entkriminalisiert, ohne sie zu verharmlosen, und es wird der Stigmatisierung entgegengewirkt. „Der Film bemüht sich um Entstigmatisierung Erkrankter und um sachliche Prävention. Zusätzlich wird die gesellschaftliche Unsicherheit der 1980er Jahre sichtbar“ (NM). Insgesamt fühlte sich der Film sehr zeitspezifisch an und man hat definitiv gemerkt, dass er damals auch wirklich notwendig war und hauptsächlich darauf ausgelegt wurde, den Schülern früh die Angst zu nehmen. Im Seminar wurde danach darüber gesprochen, wie sehr die Öffentlichkeit heute im Vergleich zu damals über AIDS aufgeklärt ist. Ansonsten wurde der Film als ein typischer Aufklärungsfilm der 80-Jahre wahrgenommen.

„Viele Filme [wirken] aus heutiger Sicht veraltet, überholt oder sogar problematisch […]. Gerade dadurch wird deutlich, welche Vorstellungen von richtigem Verhalten, Rollenbilder und gesellschaftlichen Normen vermittelt werden sollte. […] Als Lehrfilme waren sie ursprünglich vor allem Informationsmedien. Sie sollten Wissen vermitteln, das zu ihrer Entstehungszeit als richtig und aktuell galt.“ (DJ).

„Insgesamt dient dieser Film als wunderbare Repräsentation deutscher Mentalitätsgeschichte zum Thema AIDS in den 1980er Jahren, ein Jahrzehnt wo die Krankheit besonders viel Presseaufmerksamkeit hatte. Es zeigt die unzähligen Vorurteile und Missverständnisse, welche AIDS-Betroffene zur damaligen Zeit ausgesetzt waren. Und obwohl seit Veröffentlichung dieses Films viel Aufklärungsarbeit aus wissenschaftlicher Seite für die Gesellschaft betrieben wurde, lassen sich noch immer viele Ähnlichkeiten zu heute wieder erkennen. Auch wenn innerhalb der ersten paar Minuten noch stark sachlich über das Thema gesprochen wird, beispielsweise durch die Interviews mit Ärzten, etabliert sich im Laufe des Films eine sehr humane und sympathisierende Einstellung zu dem Thema. Das Betroffene und Infizierte porträtiert werden und ihre alltäglichen Schwierigkeiten erzählen können, ist keine Selbstverständlichkeit, besonders im Bezug auf Homosexualität in den 80ern. Jedoch wäre dies wahrscheinlich nur ein Jahrzehnt wohl kaum als Lehrfilm in der Produktion durchgegangen“ (MW)

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