new filmkritik

Freitag, 31.12.2004

+/- 20 tolle Filme, zum ersten Mal gesehen 2004, Kino / VHS

Capturing the Friedmans (Jarecki), Children of the Beehive (Shimizu), Dead End (Wyler), Deprisa, deprisa! (Saura), Die Jahreszeiten (Pelechian), Election (Payne), Elephant (van Sant), Eternal Sunshine of the Spotless Mind (Gondry), Ich bin den Sommer über in Berlin geblieben (Schanelec), L’Esquive (Kechiche), La Vie Nouvelle (Grandrieux), Le Revelateur (Garrel), Medium Cool (Wexler), Mysterious Object at Noon (Weerasethakul), One way passage (Garnett), Peau d’Ane (Demy), Raja (Doillon), Stuck on you (Farelly & Farelly), The Brown Bunny (Gallo), The Cooler (Kramer), The Wild Angels (Corman), Ulysse (Varda), Zwischen Gebäuden (Schultz)

20 tolle Filme, zum ersten Mal gesehen 2004, DVD/Kino

Stuck on You (Farrellys), Children of the Beehive (Shimizu), Portrait of Jenny (Dieterle), Tropical Malady (Weerasethakul), Collateral (Mann), The Assasination of Trotsky (Losey), Gerry, Elephant (van Sant), Whirlpool (Preminger), Los Muertos (Alonso), Routine Pleasures (Gorin), A Farewell to Arms (Borzage), The Passenger (Munk), L‘ Enfant secret (Garrel), Night Tide (Harrington), Infernal Affairs 2 (Lau/Mak), S 21 – la machine de mort Khmère rouge (Panh), 29 Palms (Dumont), Dil se (Ratnam), Starsky & Hutch (Philips).

Donnerstag, 30.12.2004

FREIBURGER PROJEKT

Phase 1
Montage aus im Straßenbild vertrauten Materialien (Klötze, Steine, Rohre – typische Baustellengegenstände) wird in der Stadt ohne Aufwand errichtet.

Phase 2
Passanten später daraufhin beobachten, ob sie diese Umweltveränderung, die als kunstvoll und sinnlos erkennbar ist, wahrnehmen. Evtl. fotografieren(?)

Phase 3
Die Presse berichtet über die Montagen und ihren Standort.

Phase 4
Gleichzeitig mit der Pressemeldung verschwinden die Montagen (abbauen).

Phase 5
Reaktion des Publikums, das durch den Pressehinweis nach Kunst sucht, wo keine (mehr) ist, wo aber welche war, bevor man sie bemerkte.

P.R.
Freiburg April 1967

[Peter Roehr 1944-1968. Neues Museum Weimar. Die Sammlung Paul Maenz Band 2, hg. von den Kunstsammlungen zu Weimar, bearbeitet von Gerda Wendermann, Ostfildern-Ruit: Hatje Cantz 2000, S. 130]

Samstag, 25.12.2004

Bad Santa

Terry Zwigoff: Was offered $10,000 by the Gap to appear in a commercial about hip filmmakers, but turned it down, citing his dislike for big companies. Den Film über Robert Crumb von 1994 habe ich nicht gesehen. Angeblich wurde Zwigoff während des Drehs von solchen Rückenschmerzen geplagt, dass er einen Revolver unter sein Kopfkissen legte, um sich gegebenenfalls erschießen zu können. Die Waffe soll später als Druckmittel eine Rolle gespielt haben, als Crumb aus dem Projekt aussteigen wollte.

In „Ghost World“, über den Christian Petzold und Ludger Blanke vor gut drei Jahren den ersten Text hier posteten, ging ich völlig unvorbereitet. Nach fünf Sekunden hatte mich der Film auf seiner Seite, das passiert selten (bei „Elephant“ war es dieses Jahr ähnlich). Das Travelling außen entlang der Häuserwand. Drei-, viermal Mikrokosmos/Makrokosmos, innen/außen, parallel dazu Mohammed Rafis „Jaan Pehechan Ho“. Die Bollywood-Tänzerinnen und Enid, von der wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts wissen, schütteln alles von sich ab, was Alltag heißt (und der Film fängt diesen Alltag in den kommenden 90 Minuten wieder ein): es konnte nichts mehr schiefgehen.

Letztes Jahr hörte ich, dass Zwigoff einen neuen Film gemacht hat, „Bad Santa“, eine Weihnachtskomödie.

Ich weiß ja nicht.

Nicholson sagte ab, Murray zog „Lost in Translation“ vor, so dass jetzt Billy Bob Thornton den versoffener Loser spielt, der alle Jahre wieder den Kaufhausweihnachtsmann geben muss. Das geht mit viel Tristesse, Geschimpfe und Körpersekreten einher, und die Witze, die aus dem Kontrast zwischen Kinderträumen und der zynischen Frustration des unambitionierten Safeknackers herausspringen, sind so voraussehbar, wie man es vorausgesehen hatte. Da hat S. schon recht, wenn er sagt, der Film habe nach den ersten drei Minuten (Ranfahrt durch den leise rieselnden Schnee auf eine Kneipe, bis hinten durch zur Bar, an der Thornton in voller Santa-Montur sitzt und einen nach dem anderen hebt) alles gesagt und stelle danach nur noch Variationen dieses Bildes her. Trotzdem: mindestens drei schöne Dialogzeilen gibt es zu hören, und an der Stelle, an der der Sicherheitschef Bernie Mac und sein Spitzel John Ritter sich am Schreibtisch gegenübersitzen und sich über das weitere Vorgehen gegen die Chaoten unterhalten, musste ich an Heinz Emigholz‘ „Démon – Die Übersetzung von Stéphane Mallarmés ‚Le démon de l’analogie'“ von 1977 denken. In Emigholz‘ Film bekommt jeweils ein Mallarmé-Wort eine Einstellung und wird dreifach multipliziert: französisch, deutsch, englisch. Mallarmés Text wird auf drei Sprecherinnen verteilt und jedes Wort zum Bild- und Klangklötzchen. Auf einmal ist Sprache so irr, sprunghaft und kantig wie Sprache nun mal ist.

Bei Zwigoff ist es anders: Er schneidet so, dass immer der zu sehen ist, der gerade spricht, und weil der Dialog beständig an Geschwindigkeit zunimmt, gibt es ein zunehmend groteskes Ping Pong. Schuss-Gegenschuss in forcierter Plansoll-Übererfüllung: Hier macht sich jemand das luxuriöse Weihnachtsgeschenk, die ziemlich durchschnittliche Erzählung für ein paar schöne Momente über die Klinge des etablierten Verfahrens springen zu lassen. Frohe Weihnachten.

Sonntag, 19.12.2004

kino hinweis

gestern erst und viel zu spät noch mitbekommen, dass im babylon-mitte ein „regieportrait claire denis“ zu sehen ist. heute, sonntag, läuft um 21:00 „ich kann nicht schlafen“ (1994) und dienstag und donnerstag, da bist du aber nicht mehr in berlin, endlich auch l’intrus. aus venedig war viel von dem film zu hören, und du hättest alles andere stehen und liegen lassen vor ein paar jahren noch, um den film dir in berlin anzugucken. das bringst du aber inzwischen nicht mehr. außerdem noch zu sehen: „beau travail“.
termine und ein interview mit claire denis vom erratamag

Freitag, 17.12.2004

Ursula Döbereiner > Filme

Freitag, 10.12.2004

www.bbooks.de/flick/

Freitag, 03.12.2004

TV-Hinweis

Samstag, 4. Dezember 2004 um 00:25, arte:

Katzensprung, F 2004, Regie: Chris Marker

Der Film hat heute abend Vorpremiere im Centre Pompidou, morgen nacht dann wird er von arte, die ihn mitproduziert haben, verschämt nach Mitternacht gezeigt. Das Monatsprogramm schaufelt ganze vier Textzeilen dafür frei, gibt im Netz eine andere Anfangszeit an als in der Printfassung (da ist von 00.20 Uhr die Rede), schreibt den Nachnamen des Filmemachers falsch und hofft wohl insgesamt, dass keiner den Film wahrnimmt. Den Gefallen werde ich ihnen nicht tun. Wenn man den Originaltitel herausgefunden hat, der nirgendwo vermerkt ist, findet man im Netz sogar den ein oder anderen Artikel.

Maldone (100 Worte)

Der tödliche Reitunfall seines Bruders hatte die Kamera in eine schwindelerregende Aufregung versetzt. Jetzt muss der Binnenschiffer Maldone, der nur in der Unruhe Ruhe findet, das Landgut übernehmen. Mit den gleitenden Kamarabewegungen, mit der filmischen Anverwandlung an Natur und Körper, die sich am Umschlagpunkt zu Taumel und Delirium steigert, ist nun Schluss. M. sagt, das liege daran, dass die Stative 1928 noch keine Kugelgelenke hatten, aber trotzdem ist diese Eckigkeit der Bewegungen auch ein Ausdruck für die Steifheit des bürgerlichen Lebens. Ich stelle mir einen Film vor, der keine diagonalen Schwenks kennt und dem Blick deshalb immer wieder Haken schlägt.

Maldone
F 1928
Regie: Jean Grémillon

Freitag, 26.11.2004

film hinweis

Sonntag, 28.11.2004, ab 21:00
Pirate Cinema Berlin
Ziegelstrasse 20

21:00 Uhr – Dziga Vertov: Three Songs About Lenin, Sowjetunion, 1934, 59 min, mit englischen Untertiteln

22:00 Uhr – Groupe Dziga Vertov: Vladimir and Rosa, Frankreich, 1970, 94 min, mit englischen Untertiteln

„Was den Film zu einem der unterhaltsameren Werke der Groupe Dziga Vertov macht, sind die Auftritte von Godard als Lenin und Gorin als Rosa Luxemburg, die während eines Tennismatches am Netz auf und ab laufen und über Revolution und Kino diskutieren.“ (mehr hier)


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