new filmkritik
Samstag, 19.02.2011
Mittwoch, 09.02.2011
Amore
Heute im BR um 21:45: Amore (Klaus Lemke, 1978).
Morgen (10.2.) um 18:00: Banshun (Yasujiro Ozu, 1949)
in der Ozu-Retrospektive im Japanischen Kulturinstitut in Köln. *
Montag, 07.02.2011
Miriam Hansen, 1949-2011
»An der University of Chicago liebte ich Miriam Hansens Arbeit über die Moderne und frühes Kino, und ihr grossartiges Seminar über die Frankfurter Schule und Massenkultur. Sie duldete keine Täuschung – man musste wirklich in der Lage sein, die Argumente aus den scheinbar kompliziertesten Texten präzise zusammenzufassen.« (David Grubbs in der Berliner Gazette)
Als ich ihr diesen Fund schickte (David Grubbs-Fan, Miriam Hansen-Fan: überrascht über diese schöne Verbindung), schrieb sie zurück:
»It’s always strange to read about oneself as part of a history.«
Nach langer Krankheit ist Miriam Hansen nun gestorben. Hier eine Würdigung und Hinweise auf weitere Texte von ihr und über sie.
Mittwoch, 26.01.2011
Websitehinweis
Eine sehr schöne Seite zu Godards SAUVE QUI PEUT (LA VIE) gibt es hier:
http://everymanforhimself.info/
Links zu Artikeln als PDFs, Fotos von den Dreharbeiten, der Soundtrack zum Runterladen etc. pp.
[via]
Montag, 24.01.2011
Einreise
Mir erzählte gestern jemand, dass Manoel de Oliveira vor einiger Zeit Probleme bei seiner Einreise in die USA gehabt habe. Der Beamte, der die Papiere des Regisseurs prüfte, hielt den Pass für eine – noch dazu dilettantisch gemachte – Fälschung und bestand auf der Absurdität des Dokuments: Wenn die Zahlen stimmten, wäre der agile Mann ja über 100 Jahre alt. Wie de Oliveira aus der Sache herausgekommen ist, ist mir nicht bekannt.
Samstag, 22.01.2011
Geheimtipp
EYYVAH EYVAH war in meinen Augen der schönste Film des letzten Jahres. Deshalb finde ich es bemerkenswert, dass auch die gelungene Fortsetzung für die deutsche Filmkritik glattweg nicht existiert.
Immerhin läuft EYYVAH EYVAH 2 (mit deutschen Untertiteln) in Aachen, Aalen, Aschaffenburg, Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bochum, Bremen, Bremerhaven, Darmstadt, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Fulda, Geislingen, Gelsenkirchen, Grevenbroich, Hamburg, Hamburg, Hanau, Hannover, Hechingen, Herten, Ingolstadt, Karlsruhe, Kassel, Kehl, Kiel, Köln, Krefeld, Landshut, Lüdenscheid, Ludwigshafen, Mainz, Mannheim, Memmingen, München, Neckarsulm, Neuwied, Nürnberg, Nürtingen, Oberhausen, Offenbach, Osnabrück, Plettenberg, Saarbrücken, Salzgitter, Siegen, Sindelfingen, Solingen, Stuttgart, Walldorf, Weil am Rhein, Wiesbaden und Wuppertal.
Vielleicht werden Kulturhistoriker im Rückblick beide Phänomene in Beziehung setzen: Die Unaufmerksamkeit gegenüber dieser türkischen Komödie und die Aufmerksamkeit, die der Spiegel im vergangenen Jahr einem deutschen Rassenkunde-Buch verschaffte.
Donnerstag, 20.01.2011
Einteilungen
Beim Bügeln sah sie im Fernsehen einen Zwischenkriegsfilm. „Bleib‘ ruhig hier, du kannst vielleicht noch etwas lernen!“ wurde jemand darin aufgefordert. Er war gerade beleidigt worden und wollte den Raum verlassen.
Sie wurde hellhörig und stellte das Bügeleisen für einen Moment ab. Die Frau, die im Mittelpunkt der Verwicklungen stand, gab gerade ihr Zwischenergebnis bekannt: „Es gibt drei Arten von Männern. Es gibt die, die man heiratet. Es gibt die, mit denen man Bridge spielt.“ Es folgte eine recht große Pause.
„Und die dritte Art gibt es nicht!“
Beruhigt bügelte sie weiter.
Dienstag, 18.01.2011
Lauschen
Das Telefon klingelte durch die schlaflose Nacht.
Er war sofort am Apparat.
„Dein Spiegel ist kaputt!“ Ihre Stimme klang zersprungen.
„Bist du krank?“ fragte er.
„Genau das.“
„Ich komme sofort!“ sagte er überraschend.
„Meinst du?“ fragte sie, als habe sie gar nicht daran gedacht.
„Ich bin gleich bei dir. Ich konnte nicht schlafen, weil die Stille so groß war. Ich wusste nicht, dass ich lauschte, bis es klingelte.“
Donnerstag, 13.01.2011
Telefon (4)
In Filmen gelingen Hilferufe meist nicht. Man könnte sagen: Im Film um Hilfe zu rufen bringt Unglück.
In vielen Filmen gibt es den Fall, dass ein Telefonat verhindert werden muss. Mit allen Mitteln.
„Wir sind auf dem Bauernhof, und es ist die Bäuerin die ihn tötet, wir verwenden folglich Haushaltsgegenstände: einen Topf mit Suppe, ein Küchenmesser, eine Schaufel und schließlich den Gasofen.“ (Hitchcock im Gespräch mit Truffaut)
In vielen Filmen ist derjenige, der von einem öffentlichen Apparat aus anruft, ein verzweifelt versuchender, vergeblich bemühter, wagemutiger Held. Ein Verliebter. Auf deutschen Telefonzellen klebte in den 70er Jahren eine Sprechblase: „Ruf doch mal an!“
Rechts ist ein leerer Flur, der rausführt auf die Straße. Das Telefonat ist herzzerreißend glücklos. Deshalb wird die Kamera gleich nach rechts fahren und, aus Betretenheit, den leeren Flur zeigen.

1977 – L’homme qui aimait les femmes
Der Mann, der die Frauen liebte telefoniert sehr viel. „Einen Mann zu zeigen, der wirklich allein ist,“ das war Truffauts Interesse.
In Tirez sur le pianiste (1960) gibt es ein erbittertes Gefecht – mit Messer und Telefonhörer.
Mittwoch, 12.01.2011
Telefon (3)
Ein Farocki-Film über das Telefonieren würde vielleicht diese Tätigkeit begreiflich machen, durch das Bild der Maschine, die dem Menschen die Tätigkeit abnimmt.
Der Anrufbeantworter von Mike Hammer, in Robert Aldrichs Kiss Me Deadly wurde schon als Symbol von Entfremdung interpretiert, da war George Costanza noch nicht geboren.









