Einträge von Michael Baute

Donnerstag, 09.02.2017

Kino-Hinweis: ORG

Während des Filmfestivals ist in der Sektion Forum ein Film zu sehen, über den ich hier schon mal geschrieben habe, im Zusammenhang mit dem „Living Archive“-Projekt des Arsenal: ORG, von Fernando Birri. Der Text vom März 2012 kündigt eine erste Sichtung an, nach der wir (entuziazm: Volker Pantenburg, Stefan Pethke, ich) und das Arsenal den Film so maßlos unglaublich bemerkenswert fanden, dass wir uns weiter mit ihm beschäftigen wollten.
2013 wurde deshalb eine erste provisorische Digitalisierung des Films gemacht. Mit dieser Digitalisierung sind wir an Wochenenden nach Frankfurt an die Goethe-Universität und nach Braunschweig an die Hochschule für Bildende Künste gefahren. Dort zeigten wir den Film und Anna Christine Antz, Lucie Biloshytskyy, Philippe Crackau, Olga Galicka, Zijian Guo, Markus Hörster, Eveline Jakubietz haben dann einen 24-minütigen Video-Essay zu ORG gemacht, den man sich beim Festival während der Ausstellung des Forum Expanded in der Akademie der Künste auf einem Monitor angucken kann (oder als Bonus-Material auf der nach der Berlinale erhältlichen DVD des Films).
Diedrich Diederichsen meint heute in der taz: Wer nur einen Film auf dieser Berlinale sehen will, sollte es mit diesem versuchen …

TERMINE
Freitag 10.2., 14 Uhr, Akademie der Künste
Donnerstag 16.2., 19.30 Uhr, Delphi
Sonntag 19.2., 14 Uhr, Arsenal 1

Weitere Informationen (pdf): https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/201703093_de.pdf

Freitag, 06.01.2017

Rosehill

Im Sommer, als Brigitta Wagners Film hier auf dem Festival lief, hatte ich wieder in das Notizbuch statt in den Computer geschrieben und ich erinnere mich an den Abend danach auf dem Balkon, wie ich ein paar Sätze aufschreibe über das Glück während des Films, wie er mir Erinnerungen zurückbringt an Filme aus den späten 80ern und frühen 90ern, die mir zu ihrer Zeit als ganz freie, unbedingte Filme – vorbildlos – begegnet waren. Jetzt ist der Winter da und Schnee auf dem Balkon und das Notizbuch verschwunden. Samstag um 18.00 Uhr läuft „Rosehill” nochmal, im „Il Kino” in Neukölln.
http://ilkino.de/films/rosehill

Donnerstag, 31.12.2015

2015

Ende 2015, Volker und ich, wir hatten die Listenmail dieses Jahr nicht rausgeschickt (vergessen, lustlos, unleidlich), und einer hat aber eine Liste gemacht, Rainer Knepperges:

Auf Leinwänden in Aachen, Barcelona, Bologna, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Mannheim, München. Und zuhause. (14:14)

Eszter Balint > Louie: Elevator (2014 Louis C.K.)
H.B. Warner > The King of Kings (1927 Cecil B. DeMille)
Herr Weber > Erotic Blue 3 (2015 Herr Weber)
Michael Cera > Crystal Fairy (2013 Sebastian Silva)
Karin Viard > La Famille Bélier (2014 Eric Lartigau)
Die unsichtbare Spur (2015 Bruno Sukrow)
Lloyd Bridges > Little Big Horn (1951 Charles Marquis Warren)
Marlene Dietrich > No Highway in the Sky (1951 Henry Koster)
A Canterbury Tale (1944 Powell & Pressburger)
Helga Feddersen > Vier Stunden von Elbe 1 (1968 Eberhard Fechner)
Peter Falk > Mikey and Nicky (1975 Elaine May)
Miranda Hart > Spy (2015 Paul Feig)
Beverly Washburn > Pit Stop (1969 Jack Hill)
Ann Sheridan > Woman on the Run (1950 Norman Foster)
Jazz on a Summer’s Day (1959 Bert Stern, Aram Avakian)
Fünf Stereodamen (2013 Maria Ittel)
United 93 (2006 Paul Greengrass)
Elgar – Portrait of a Composer (1962 Ken Russell)
Paul Rudd > Ant Man (2015 Peyton Reed)
Ingrid Bergman > The Bells of St. Mary (1945 Leo McCarey)
Silvie Winter > Liebe so schön wie Liebe (1970 Klaus Lemke)
Zasu Pitts > Alum and Eve (1932 George Marshall)
Dave Allen in Search of the Great English Eccentric (1974 Robin Brown)
Hans Söhnker > Frau nach Maß (1940 Helmut Käutner)
Meryl Streep > Silkwood (1985 Mike Nichols)
Michelle Pfeiffer > Lady Hawk (1985 Richard Donner)
Tom Hanks > Bridge of Spies (2015 Steven Spielberg)
Jennifer Lawrence > Joy (2015 David O. Russell)

Donnerstag, 03.09.2015

Kinohinweis Zeughaus – Der Mann aus dem Osten und Der Tod des Goldsuchers

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Der Mann aus dem Osten ist ein unbekannter Klassiker, kommerziell nie ausgewertet. Eine Bombe unterm Asphalt, die bei filmhistorischen Ausgrabungen früher oder später hochgeht. Weil ihr Zünder sich nicht entschärfen lässt“, schreibt 2009 Rainer Knepperges in der Cargo, 19 Jahre nach der Premiere von Christoph Willems‘ Film. Vielleicht auch wegen dieses Gefahr ankündigenden Menetekels hat es dann sechs weitere Jahre gedauert bis die Filmarchäologie wieder auf den Film stieß. Neulich, Ende Juli, war „Der Mann aus dem Osten“ schon einmal im Arsenal wieder zu sehen, Matthias Dell kündigte das damals in der taz an, und führt da auch das oben begonnene Zitat aus dem Cargotext von Rainer weiter: „Als Christoph Willems 1990 seinen Film vorführte, habe hinterher Schweigen geherrscht, berichtet Dominik Graf: ‚Alles, was man zu dem Film sagen konnte, erschien falsch. Nichts stimmte. Nur der Film.'“

Morgen, Freitag 4. September 2015, läuft der Film nun im Zeughaus. 18.30 Uhr. Frederik Lang hat ihn da für die „Wiederentdeckt“-Reihe programmiert, zusammen mit dem ebenso – aber ganz anders – phänomenal verblüffenden, einfachen und unvorhersehbaren letzten Westberliner Abenteuerfilm Der Tod des Goldsuchers. Darin ist u.a. das alle Vorstellungen von richtigem Filmschauspiel vaporisierende Dreamteam Irina Hoppe und Florian Koerner von Gustorf zu sehen, die man danach nicht mehr vergessen und immer immer immer wieder wieder wieder sehen will. Ludger Blanke hat den Film an der dffb geschrieben, inszeniert und 1989 fertiggestellt. (Und vor 14 Jahren, 12 Jahre nach der Premiere, dieses Weblog angefangen.)

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Donnerstag, 27.08.2015

dokfilmwoche

Sie lesen gerade einen Hinweis auf die dokfilmwoche. Sie beginnt heute im fsk Kino und im Sputnik und geht bis zum nächsten Mittwoch und ich möchte ihnen einen Besuch empfehlen. 19 Filme, größtenteils aus den letzten zwei Jahren, von denen ich nur drei kenne. Kein übergreifendes Thema, bzw. vielleicht doch das im Vorwort genannte Interesse an »peripheren Perspektiven« – und die Miniaturankündigungen zu den Filmen (größtenteils von Sebastian Markt verfasst), diese so heikle Textform des konzisen Erfassens, machen mich wahrscheinlich auch deshalb erwartungsfroh. Immer wieder habe ich davon gelesen, aber ich habe noch nie einen Film von Rainer Komers gesehen (drei, von 1999, 2010 und 2014 werden gezeigt); ich habe viel Gutes gehört von André Siegers »Souvenir«, und von Ruth Beckermanns »Those Who Go Those Who Stay« und von Thomas Heises »Städtebewohner«, von Ivette Löckers »Wenn es blendet, öffne die Augen«; und auf einem Festival sah ich »Stop the Pounding Heart«, den ich sehr mochte (tiefstes Texas!, Pubertätsbeobachtungen!, Tiere!).
Der zweite Film, den ich aus dem Programm kenne, ist Chris Wrights und Stefan Kolbes »Pfarrer« (*). Vor einem Jahr habe ich dazu ein Video-Essay-Seminar gemacht, in Weimar, und zwei der vier dort entstandenen Filme über »Pfarrer«, motivische Lektüren und Annäherungen, werden am Sonntag nach der Vorführung um 16 Uhr im fsk gezeigt. Ich bin dann auch da.

Mittwoch, 28.01.2015

Reklame (Veranstaltungshinweis)

Ich möchte auf eine Veranstaltung in Berlin hinweisen, am Freitag, 30.01., 20 Uhr, im Roten Salon der Volksbühne, wo Christoph Hochhäusler und Nicolas Wackerbarth (von Revolver) mit mir über »Filme über Filme« sprechen wollen und ich Video-Essays zeige, die produziert wurden von Studenten in Seminaren, die ich in den letzten Jahren an Universitäten und Filmschulen durchführte.

Hier gibt es eine längere Beschreibung; Karten kosten 8 Euro (ermäßigt 6).

Freitag, 24.10.2014

* Österreichisches Filmmuseum > following film > Christoph Huber > »I have decided to follow film. A mission statement

Mittwoch, 03.09.2014

Kinohinweis Berlin: »Zuwandern«

Von Donnerstag, 4. September, bis nächsten Mittwoch, 10. September, ist im Kreuzberger fsk-Kino der bemerkenswerte Film »Zuwandern« im Programm, täglich um 18.00 Uhr. Mitte Juni konnte ich den Film sehen, die Regisseurin Sabine Herpich (Co-Regie: Diana Botescu) hatte mir eine DVD geschickt. Das ist ein »kleiner Film«, über einen Zeitraum von neun Monaten aufgenommen, Porträt einer Zuwandererfamilie aus Rumänien, die in Neukölln gelandet ist, und wie sie dort leben und was so ein Leben im Alltag ist, wie das ausschaut, sich anfühlt. Und die Sprache darin und darüber, mit der der Film aus der Gegenwart ein Verhältnis zur Zeit projiziert, zur Zeit vor dem Porträtieren und zur Zeit, die danach kommen wird; wie nah sich da im Sprechen das Wahrscheinliche und das Unwahrscheinliche sind. Mich hat das sehr beeindruckt. Im Juni, zur Vorführung des Films in der Berliner Volksbühne hatte Lukas Förster im Perlentaucher ausführlicher darüber geschrieben. Bevor der Film nächste Woche täglich im fsk läuft, ist er heute abend, Mittwoch 3. September, zum Ende der dokfilmwoche noch einmal im Sputnik zu sehen, 18.00 Uhr. Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch mit Sabine Herpich.

Donnerstag, 31.07.2014

Harun

Gestern Abend ist Harun Farocki gestorben. Bevor wir 2001 die new filmkritik aufmachten, fragten wir ihn, ob wir den Namen der Filmkritik übernehmen können. Harun war deren Redakteur, bis 1984, als sie aufhören mussten. Von seinen Filmen, seinen Texten – »Was ein Schneideraum ist«, »Notwendige Abwechslung und Vielfalt«, »Schuß-Gegenschuß: der wichtigste Ausdruck im Wertgesetz Film«, »Von Godard sprechen«, »Quereinfluss/Weiche Montage« – lerne ich andauernd. Ich bin von der Nachricht bestürzt und sehr traurig. Hier würdigt Alexander Horwath im Gespräch mit dem Deutschlandfunk Harun.

Mittwoch, 07.05.2014

Kinohinweis Berlin: Carte Blanche für Helmut Färber

Heute, Mittwoch den 7.5., stellt Helmut Färber in zwei Programmen (um 19.00 und 21.15 Uhr) acht Filme vor, im Arsenal, in Berlin.
Im ersten Programm um 19.00 Uhr kann man »Chronik des Regens« wiedersehen, über dessen Produktion Michel Freerix vor ein paar Tagen hier etwas geschrieben hat. Teil des zweiten Programms ist Jean-Marie Straubs »Corneille – Brecht ou Rome l’unique objet de mon ressentiment« von 2009, zu dem Bert Rebhandl heute im Blog von Cargo eine Notiz veröffentlichte.

19:00 Kino 2
*Chronik des Regens Michael Freerix D 1991
35 mm 72 min
Sonate Frans van de Staak Niederlande 1975
16 mm niederl. und engl. OF 4 min
Rückkehr Volkmar Umlauft D 2001
DigiBeta 37 min

21:15 Kino 2
*Wilhelm, der Schäfer Josie Rücker D 2004
35 mm 26 min
Meine Heimat, mijn vaderland Frans van de Staak
Niederlande 1976
16 mm niederl. und deutsche OF 32 min
Sepio Frans van de Staak Niederlande 1996
16 mm engl. OF 34 min
Corneille – Brecht ou Rome l’unique objet de mon ressentiment
Jean-Marie Straub F 2009
Beta SP OmU 26 min
De nåede færgen Sie erreichten die Fähre
Carl Theodor Dreyer Dänemark 1948
35 mm OF 11 min


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