Samstag, 03.11.2007

The Assasination of Jesse James by the Coward Robert Ford

Ihr Lieben,

Bei euch ist gerade „The Assasination of Jesse James by the Coward Robert Ford“ angelaufen, und der Film wird allenthalben verrissen (hier war es ähnlich). Deshalb schreibe ich, weil ihr euch den Film dennoch angucken sollt. Ein ganz großartiger Film nämlich, der mich Tage lang eingenommen hat. Ich war überrascht, wie gut mir die geradezu stilisierten Landschaften gefielen, wo Weite nicht die große Rolle spielt, Tiefenschärfe kaum zum Einsatz kommt. Die Titeldarsteller sind beide gut, der Preis in Venedig an Brad Pitt überrascht aber doch, da Casey Affleck ihn deutlich noch überragt. Einfach unglaublich gut. Häufig wurde über die Unschärfe erzeugende Linse geschrieben, kaum darüber, dass dieser Effekt immer mit der Ebene des Off-Erzählers gekoppelt ist. Dass der Film durchgängig Lichtbrechung und Schattierung inhaltlich wie ästhetisch thematisiert und er das ‘print the legend’ in Sichtbarkeit übersetzt. Passend auch, dass RFs Freundin am Ende Stripperin ist. Schade nur, dass der Film sich gegen Ende zu sehr mit RF emotional verwickelt. Und dann wird seine Freundin eben auch zur Beschreibung seiner Person funktionalisiert. Das passiert den Frauen vorher nicht, sie bleiben immer ‘schön’ am Rand bzw. weitgehend im Unschärfebereich. Ich hätte den Film vielleicht im Zug enden lassen (ganz tolle Szene – nirgendwo gelesen), und den Rest des Films auf ein bis zwei Texttafeln übersetzt. Aber dann hätte man auch wiederum ein paar schöne Szenen verpasst.
Wie gesagt anschauen. (Unbedingt die untertitelte Fassung – ich habe auch nicht alle Dialoge verstanden, ist aber nicht so wichtig wie Affleck’s Stimme.)

Verena

Ein Kommentar zu “The Assasination of Jesse James by the Coward Robert Ford”

  1. Rainer Knepperges schreibt:

    Toller Film. Auch als Beitrag zum gerade sehr vitalen amerikanischen Sub-Genre des Misstrauens-Films („The Departed“, „The Good Shepherd“, „The Breach“). Wer weiß, vielleicht sogar der schönste Western seit Claude Lelouchs „Another Man, Another Chance“ von 1977, mit James Caan und Genevieve Bujold.

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