Eine Freitagsparty: Beeinträchtigte Fahrtüchtigkeit

Filmtitel: Eine Freitagsparty: Beeinträchtigte Fahrtüchtigkeit
FWU-Film: Ja
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 1970
Filmdauer in Minuten: 29
Filmmaterial: SW, Lichtton
Originalformat: 16 mm
Produktion: Filmfabrik
Regie: Nick Wagner
Seite des Films auf Filmportal.de
Daten zur Kopie
Kopienherkunft: Institut für Medienwissenschaften, Universität Paderborn
Sichtungsformat: 16 mm, SW, Lichtton
Filmdauer: 29 min
Mängel: Kratz- und Schleiflinien
Weitere Materialien: Begleitkarte
Zum Film: Am Anfang werden mehrere junge Personen kurz in ihrem Alltag gezeigt. Anschließend treffen sie sich alle zu einer Party bei einer jungen Frau und ihrer Mutter. Während der Feier tanzen die Gäste, trinken Alkohol, essen und unterhalten sich. Fröhliche Musik begleitet diese Szenen und vermittelt zunächst eine lockere Atmosphäre. Es wird aber eine zunehmende Spannung zwischen einzelnen Figuren spürbar.
Im Mittelpunkt steht der junge Mann Bruno, der sich zunehmend unwohl fühlt, nachdem seine Freundin mit einem anderen Mann tanzt. Während die übrigen Gäste weiter feiern, sitzt er allein und schaut den anderen zu. Als die Gruppe die Feier später verlassen möchte, entsteht eine Diskussion darüber, wer das Auto fahren soll. Obwohl Bruno deutlich alkoholisiert ist, besteht er darauf, selbst zu fahren. Die anderen versuchen zunächst, ihn davon abzuhalten, steigen schließlich jedoch ebenfalls in sein Auto. Auf der anschließenden Fahrt kommt es zu einem schweren Unfall. Direkt danach folgt eine Einblendung, die darauf hinweist, dass der geschilderte Vorfall auf tatsächlichen Ereignissen beruht. Ein Voiceover berichtet über das Schicksal der beteiligten Personen, von denen einige schwer verletzt wurden oder ums Leben kamen.
Es folgt eine Einblendung, die dazu auffordert, die Vorführung für eine Diskussion in der Schulklasse zu unterbrechen. Darauf folgt ein Abschnitt, in dem die Darsteller des Films selbst interviewt werden. In dieser Gesprächsrunde reflektieren sie das Verhalten ihrer Figuren und diskutieren die möglichen Verantwortlichkeiten für den Unfall. Dabei entstehen unterschiedliche Positionen, insbesondere zur Frage, wer in der dargestellten Situation hätte anders handeln können.
Anmerkungen:
Besonders der Hinweis, dass die Situation wirklich passiert ist, und die anschließende Diskussion haben den Lehrfilm für einige zu einem der einprägsamsten Filme im Seminar gemacht.
Nach der Sichtung haben wir auch selber nochmal reflektiert, insbesondere was die Schuldzuweisung in der zweiten Hälfte des Films angeht: „Der interessantere Part des Lehrfilms ist nicht die nachgespielte Feier und die Unfallsituation, sondern die Diskussion mit den Schauspielern am Ende des Lehrfilms. Hier werden die Dynamiken und Sichten der verschiedenen Schauspieler und des Moderators auf die Schuldfrage des Unfalls sowie etablierte Rollenbilder deutlich. Sowohl der Moderator als auch zwei der männlichen Schauspieler sind der Auffassung, dass die junge Frau den Fahrer durch ihr Verhalten provoziert hatte und somit ebenfalls maßgeblich Schuld an dem Unfall trägt. Die Schauspielerin, die die junge Frau spielt, argumentiert dagegen und ist der Auffassung, dass der Fahrer für den verantwortungslosen Konsum von Alkohol und das Zustandekommen des Unfalls selber verantwortlich ist“ (JR).
Die unterschiedlichen Meinungen der Darsteller und die Reaktion des Moderators darauf wurden ebenfalls angesprochen: „Das […] Interview der Darsteller/innen ist auch sehr eindrucksvoll und zeithistorisch sehr interessant, da die Darstellerin der Freundin von Bruno sehr direkt, teils respektlos behandelt wird innerhalb ihrer Diskussion“ (MW)