new filmkritik

Sonntag, 12.10.2008

http://www.calidoscopio.net/2006/09Septiembre/images/F_Bill_Traylor.jpg

„Bill Traylor saw what he looked at. From 1939 to 1942 he made over 2000 paintings and drawings, either from memory or current observation. ‚I missed plowing so bad today, I just had to draw it,‘ he once said, and from the placement of his images on the page, each always creating a unique negative space with great balance, you could tell he knew the contour of the land he had worked so hard. In three years he created a most sophisticated chronicle, accurately describing his very being.“

[James Benning über Bill Traylor und Andy Warhol, über das Hingucken und die Zeit, im Blog des wexner center for the arts; via girish]

Samstag, 11.10.2008

Herbert Bötticher (1928 – 2008)

Seit 1968 war er Mitglied im „Ortszirkel München des Magischen Zirkels von Deutschland“, im Club der Zauberer. Ende dieses Monats hätte er „Thank Heaven for Little Girls“ und „I’m Glad I’m Not Young Anymore“, die Songs, die Maurice Chevalier in Vincente Minnellis „Gigi“ sang, auf der Bühne eines Düsseldorfer Theaters gesungen.

Stefan Ertl schrieb in SigiGötz-Entertainment, Heft 8: „Er strahlt eine sympathische Gelassenheit aus. Tief im Inneren scheint er manchmal ganz woanders zu sein. In DER KOMMISSAR: Das Messer im Geldschrank ist er ein melancholischer Barpianist, der tagsüber durch München schlendert und die Tauben füttert. Am schönsten sind seine Auftritte als Alfons in der Peter Weck-Serie ICH HEIRATE EINE FAMILIE. Gut gelaunt und mit unglaublicher Ruhe läßt er sich da von seiner Fernsehfrau Billie (Maria Sebaldt) schikanieren. Bei einer meiner wenigen Prominentensichtungen traf ich Herbert Bötticher mal im 2001-Laden in Köln. Hier hatte er vor einigen Jahren ein Stück im Theater am Dom inszeniert und darin selbst mitgespielt. In dem Geschäft trug er einen khakifarbenen Tropenanzug und deckte sich gut gelaunt mit Jazz-CDs ein.“

Donnerstag, 09.10.2008

Tati

Heute vor 100 (manche sagen, vor 101) Jahren wurde Jacques Tati geboren. Hier eine Kleinigkeit über Fenster in Tativille und bei Le Corbusier, sowie über Paul Celans Gedicht „Playtime“.

Sonntag, 05.10.2008

Reklame (3) | Projekt, Website, Veranstaltung

Blaise Cendrars über die Dreharbeiten zu Abel Gances »La Roue« – Autour de La Roue (1923).

»Filmvermittlung im Film hat parallel zur Kinogeschichte ein reichhaltiges und wenig beachtetes Genre hervorgebracht – den Filmvermittelnden Film. In Filmvermittelnden Filmen wird eine Auseinandersetzung mit dem Kino geführt, die sich der Mittel des Kinos bedient: gearbeitet wird mit Montagen laufender Bilder und Töne.«

Ein Projekt von ENTUZIAZM e.V.
Das Projekt (Michael Baute, Stefan Pethke, Stefanie Schlüter, Volker Pantenburg und Erik Stein) stellt solche Arbeiten in Texten und Veranstaltungen vor.

Dossiers (seit Juni 2008):

(1) Filmvermittlung und frühes Kino

(2) Verfahren des Filmvermittelnden Films (1)

Kino-Veranstaltungen, Auftakt:

Freitag, 10.10.2008, 20.30 Uhr, arsenal Berlin: Zu Gast Harun Farocki.

ÜBER „SONG OF CEYLON“ VON BASIL WRIGHT (D 1975), Regie, Buch: Harun Farocki
Schnitt: Marianne Müller-Kratsch, Sprecher: Harun Farocki, Produktion: WDR, Köln, Länge: 25 Min. Format: 16mm, s/w und Farbe, 1:1,37 Erstsendung: 07.10.1975, WDR.

FILMTIP: „TEE IM HAREM DES ARCHIMEDES“ (D 1985), Regie, Buch, Kommentar: Harun Farocki
Produktion: WDR, Köln, Länge: 7 Min, Format: 1-Zoll-MAZ, Farbe, 1:1,37 Erstsendung: 12.12.1985, West 3.

DER AUSDRUCK DER HÄNDE (D 1997), Regie: Harun Farocki Buch: Harun Farocki, Jörg Becker
Kamera: Ingo Kratisch, Ton: Klaus Klingler, Schnitt: Max Reimann, Länge: 30 Min. Format: Video – BetaSp, 1:1,37 Produktion: Harun Farocki Filmproduktion, Berlin, für den WDR, Redaktion: Werner Dütsch, Erstsendung: 07.09.1997, 3sat.

ZUR BAUWEISE DES FILMS BEI GRIFFITH (D 2006), Regie, Buch: Harun Farocki
Video, s/w, stumm, 9 Min.

Im Anschluss an die Filme sprechen Michael Baute und Stefan Pethke mit Harun Farocki über seine filmvermittelnden Arbeiten.

Dienstag, 30.09.2008

Reklame (2) | DVD

Die letzte Sequenz des Films von vor vier Jahren... Initiiert durch die Bewegung aus dem Hof heraus. Die Landschaft einer möglichen Verführung.Drei Filme von John Cook:

Ich schaff’s einfach nimmer
Österreich 1973

Langsamer Sommer
Österreich 1976

Schwitzkasten
Österreich 1978

***

+ ein Bonus von M. Baute, V. Pantenburg und S. Pethke:

Skizze | Episode | Szene.
Kommentar zu John Cooks „Langsamer Sommer“

Deutschland/Österreich 2008, 12 min

Erschienen in der edition filmmuseum, erhältlich auch hier im Shop des ÖFM.

„Und der Sommer war fast aus.“

Filmhinweis

Viennale 2008: 17. bis 29. Oktober 2008. Trailer:

Jean-Luc Godard: Une catastrophe, F/Ö 2008, Farbe und s/w, 1 min.

Montag, 29.09.2008

Reklame (1) | Zeitschrift

Flypaper_03+VOLKER PANTENBURG: More Screen Tests: 100-Worte-Texte zum Kino, Köln 2008. 13,8 x 20,4 cm. 36 Seiten, brosch., Preis 5,– Euro inkl. Versand (im Ausland 4,15 Euro + Porto). Der Versand erfolgt ohne Vorkasse mit Rechnung.

„Flypaper 3+ ist die Zwillingsschwester von Flypaper 3. Weitere 70 Texte zu 70 Filmen von Grémillon, Wiseman, Eustache, Costa, Green, Depardon, Craven, Friedkin, Benning, Schanelec, Suwa, Anderson und vielen anderen: Was man sieht und was in Erinnerung bleibt, wenn man hier und anderswo (mit mal mehr und mal weniger Begeisterung) ins Kino geht. Die Coverzeichnung – vielen Dank – ist wie beim ersten Heft von Ursula Döbereiner. Als ich merkte, dass ich die Wörter nicht mehr zählen musste um zu wissen, dass es 100 sind, war es an der Zeit das Projekt zu beenden. Flypaper 3+ ist Peter Nau zugeeignet.“ (Volker Pantenburg)

FLYPAPER, herausgegeben von Lutz Becker und Uwe Koch, sind essays on demand, die per e-mail bestellt und per Post zugesandt werden. Sie sind einzeln oder als Abonnement unter Angabe der Lieferadresse zu beziehen unter: flypaper[at]t-online.de / Bisher: #1 – Dan Perjovschi / #2 – Tom Holert / #3 – Volker Pantenburg / #4 – Nicole Eisenman

Dienstag, 23.09.2008

Immersion

Als ich nach Nolans neuem „Batman“ ein wenig zu eilig dem Ausgang zustrebe, habe ich das Gefühl, mein Parka flatterte hinter mir im Luftzug.

Samstag, 20.09.2008

Göttliche Komödie

September. Und schon die ersten Paletten Weihnachtsgebäck im Supermarkt. Zeit zu überlegen, was man sich vom Christkind wünscht. Schnell eine Liste machen, mit nie gesehenen Filmen: Gaslight (Thorold Dickinson 1939), Die Mücke (Walter Reisch 1954), Assassins et voleurs (Sacha Guitry 1956), Reisender Krieger (Christian Schocher 1981). Was noch? Anregungen für Wunschfilmlisten bietet die Webseite von Joe Dante, wo Leute wie John Landis, Allan Arkush und Larry Cohen die Trailer von einigen obskuren Filmen kommentieren. Stuart Gordon redet über Nightmare Alley (Edmund Goulding 1947), Katt Shea über The Egg and I (Chester Erskine 1947) und Joe Dante über Confessions of an Opium Eater (Albert Zugsmith 1962). Wenn Mary Lambert über Village of the Damned und Mark Pellington über Rosemary’s Baby sprechen, weckt sogar Bekanntes wieder Neugierde. Und Bewunderung: Eli Roth über Alfred Hitchcocks Trailer zu Alfred Hitchcocks The Birds.

Wenn wir das Problem der Karnevalisierung richtig verstehen wollen, müssen wir die simplifizierende Auffassung des Karnevals im Geiste der neuzeitlichen Maskerade oder gar der Bohème aufgeben. Karneval ist ein Weltempfinden des Volkes früherer Jahrtausende, wohlgemerkt des ganzen Volkes. Dieses Weltempfinden befreite von Furcht, näherte Mensch und Welt, Mensch und Mensch einander an, zog alle Menschen in die Zone des freien, intim-familiären Kontakts hinein. Die sich in diesem Weltempfinden ausdrückende Fröhlichkeit des Wechsels, die fröhliche Relativität stand der einseitigen und finsteren offiziellen Ernsthaftigkeit entgegen, die von Furcht geboren, von Dogmen beherrscht, die dem Werden und Wechsel feindlich gesinnt war, die den gewordenen Zustand des Seins und der Gesellschaft verabsolutieren wollte. Von solchem Ernst befreite das karnevalistische Weltempfinden den Menschen. Mit Nihilismus, Leichtsinn und trivialem Individualismus hatte das nichts gemein.
Will man den Karneval richtig verstehen, muss man seine Anfänge und seinen Höhepunkt betrachten: die Antike, das Mittelalter, die Renaissance.

Die Gestalt des Todes in der Groteske des Mittelalters und der Renaissance schließt stets ein Element des Komischen ein (das gilt auch für die darstellenden Künste, zum Beispiel für Holbeins Totentanz oder für Dürer). Der Tod ist immer mehr oder weniger ein komischer Popanz. Spätere Zeiten und besonders das neunzehnte Jahrhundert verlernten es, das Moment des Lachens aus solchen Gestalten herauszuhören. Sie fassten diese Gestalten ausschließlich und einseitig auf der Ebene des Ernstes auf, wodurch sie verflacht und entstellt wurden. Das bürgerliche neunzehnte Jahrhundert hatte nur für das rein satirische Lachen Respekt, das im Grunde ein lachfeindliches, rhetorisches Lachen war: ernsthaft und belehrend (nicht umsonst wurde es mit der Geißel oder der Rute verglichen). (Michail Michailowitsch Bachtin)

Freitag, 19.09.2008

UN CAP

Auf der Webseite von arte läuft ein neuer Film von Martin Rit, dessen La leçon de guitare hier schon häufig erwähnt wurde.


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