new filmkritik

Dienstag, 01.04.2008

Dassin

An wieviele Filme erinnert man sich, die man vor über 25 Jahren ein einziges Mal im Kino gesehen hat? Nicht viele wohl. Ich erinnere mich an „10:30 p.m. Summer“ von Jules Dassin, zwar an sehr wenige Einzelheiten nur, nicht daran, dass Marguerite Duras die Vorlage geschrieben hat, aber doch an den Regen und daran, dass mich der Film zutiefst verstört hat und ich ihn seither wiedersehen wollte.

Mittwoch, 26.03.2008

Marseilles

In die winterliche Zeit nach Ostern passt MERLUSSE von Marcel Pagnol. Ein Internat in den Weihnachtsferien, „gefilmt, wie eine Wüste leise“ (automatische Google-Übersetzung der französischen Arte-Webseite). „Ein Film selten, dunkel und effizient; unverzichtbar in der Durchführung von Pagnol.“ — „he only casually dramatises the situation, making this perhaps the first do-it-yourself weepie.“ (Time Out Film Guide)

Freitag 15:00 arte
Merlusse – mit Henri Poupon – 1935

Dienstag, 25.03.2008

1000 Frames of Hitchcock

1000_frames_hitchcock.jpg

Das sind – zusammengefasst in einem Bild, pro Film eine Bildzeile – alle 52000 Einzelbilder, die bisher für das 1000-Frames-of-Hitchcock-Projekt erstellt wurden. Eine einfache Rechnung: Aus 52 Hitchcock-Filmen (von THE PLEASURE GARDEN, 1925, bis FAMILY PLOT, 1976) wurden jeweils 1000 Bilder gemacht, die man anzeigen und herunterladen kann. Das Ganze ist Teil des Hitchcock-Wiki.

Mittwoch, 19.03.2008

Fernsehhinweis

* Uwe Johnson sieht fern – ein Film von Saskia Walker, MDR, heute nacht, 20.03., 00:00 Uhr.

Dienstag, 18.03.2008

Sonntag, 16.03.2008

Langtexthinweis

* It Always Rains on Sunday – Notizen von Volker Pantenburg.

Donnerstag, 06.03.2008

Westernhinweis

Schon Monate vor den Dreharbeiten ließ er die Kulissen der Westernsiedlung bauen.
„In my backyard, Oregon / I wanted the weather, the rain and the snow to age the buildings, not painters’ spray and cotton wool for snow on the roofs / Had I shot in color, the green pine trees covered with snow, the soft glow of candles, the dancing tongues of flames in the fireplaces would have radiated warmth and safety and the joy of peace on earth / I wanted to shoot DAY OF THE OUTLAW with the harsh contrast of black and white / using minimal artificial lights / I didn’t want the virgin snow to be defiled by the tracks of the poor electricians dragging cables and lamps on overtime.”

Anthony Slide: „What specific problems were there in shooting at the height of winter?“

Andre de Toth: „None, if you put the drama where it belongs: in front of the camera.“

In der Nacht von Freitag auf Samstag, RBB um 0:45 Uhr
Tag der Gesetzlosen – mit Robert Ryan und Burl Ives – 1959

Sonntag, 02.03.2008

Langtext- und Bilderhinweis

* IN AMERIKA – Fotos und Anmerkungen dazu von Rainer Knepperges

Montag, 25.02.2008

Train Notes – Langtexthinweis

When I meet the engine with its train of cars moving off with planetary motion—or, rather, like a comet, for the beholder knows not if with that velocity and with that direction it will ever revisit this system, since its orbit does not look like a returning curve—with its steam cloud like a banner streaming behind in golden and silver wreaths, like many a downy cloud which I have seen, high in the heavens, unfolding its masses to the light—as if this traveling demigod, this cloud-compeller, would ere long take the sunset sky for the livery of his train; when I hear the iron horse make the hills echo with his snort like thunder, shaking the earth with his feet, and breathing fire and smoke from his nostrils (what kind of winged horse or fiery dragon they will put into the new Mythology I don’t know), it seems as if the earth had got a race now worthy to inhabit it. If all were as it seems, and men made the elements their servants for noble ends! If the cloud that hangs over the engine were the perspiration of heroic deeds, or as beneficent as that which floats over the farmer’s fields, then the elements and Nature herself would cheerfully accompany men on their errands and be their escort.

[Henry David Thoreau: WALDEN, or Life in the Woods (1854). Chapter 4: “Sounds”.]


© James Benning

Höchst ungewöhnlich sind die Titelsequenz und der Abspann Ihres Films. Sie lauten einfach „RR“ und „JB“.
Ja, das dürfte ein Rekord sein. (lacht) Ursprünglich wollte ich schon, wie sonst auch, einen Abspann mit den Ortsangaben anfügen. Es ist zum Beispiel nicht unwichtig zu wissen, daß die Einstellungen des Films keiner geografischen Logik folgen. Das springt wild in den ganzen Vereinigten Staaten hin und her. Letztendlich bin ich der Faszination der Symmetrie erlegen. Ich habe beschlossen, daß ich diese Angaben dann eben auf Kopien im Kinosaal verteile. Blöderweise habe ich jetzt aber vergessen, diese Kopien zu machen …

[James Benning im Interview mit Ekkehard Knörer, taz, 16. Februar 2008]

Hier die Ortsangaben, ergänzt mit Bildern – eine Passage durch den Film, zur Orientierung, zum Nach-Lesen.

RR wird noch einmal im Kino Arsenal gezeigt, in der Reihe mit Forum-Wiederholungen, am Dienstag, dem 26. Februar, um 21.15 Uhr. Der Film ist im Verleih der Freunde der deutschen Kinemathek.

Train Notes of a different kind – ein Text von James Benning aus dem Jahr 1987.

– Klaus Volkmer –

Freitag, 22.02.2008

Und wenn es sich im Sturme bewegte, so hatte er wirklich etwas Ossianisches

Eine weitere Flaschenpost aus dem heroischen Zeitalter des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens: 1969/70 konnten Filme vom WESTDEUTSCHEN RUNDFUNK in Auftrag gegeben, mitfinanziert, zwischen dem 23. September und 9. Oktober 1969 gedreht und am 1. Juni 1970 ausgestrahlt werden, deren Auszüge aus dem Drehbuch so klingen:

„1. Dem Kameramann stehen für die gesamte Drehzeit zur Verfügung: schwarze Schnallenschuhe, dunkelgraue Samthosen, hellgraue Handschuhe, zwei schwarze, mit Spitzen verzierte Samtärmelschoner, ein Hut, verschiedene Hörrohre, manuskriptähnliche Notenseiten, ein Konversationsheft zum gelegentlichen Kritzeln, Schreibzeug. […]

5. Seine Musik wird so klingen, wie Er sie 1826 noch hören konnte. Durchwegs schlecht.

6. Beethovenhaus, Wohnzimmer: Das Ensemble der Einrichtung soll wie mittelmäßiges Blendwerk für Besucher wirken; die Metallverkleidung des Wohnzimmers ist hier ein Akt vielfacher Musealisierung. […]

11. Fernsehsendung: Alle Ansager und Ansagerinnen sollen mindestens 65 Jahre alt sein und faltenreiche Gesichter haben. Im Gegensatz zur Fernsehenideologie des glatten Aussehens wären Greise hier die ideale Besetzung. Die nachfolgenden Sätze sind authentisch und belegbar: ‚Ich bitte um Geduld‘, ‚Die Welt hat ihre Unschuld verloren und ohne Unschuld schafft und genießt man kein…‘, ‚Was ich geworden bin, bin ich nur durch mich selbst geworden‘. […]

21. Der provinzielle Eindruck seiner Darbietung ist durch eine unglückliche Kameraeinstellung zu verstärken.

22. Fernsehschnellstkursus III: Klavierpädagogik. […]“

*

[Mauricio Kagel: LUDWIG VAN. EIN BERICHT (1969). Auszüge aus dem Drehbuch, Dezember 1968. Der Film, damals für das Beethovenjahr produziert, ist vor kurzem bei Winter & Winter auf DVD erschienen. Kagel war an Tranfer und Remastering beteiligt. Im Beiheft auch die vollständige Fassung der Auszüge aus dem Drehbuch. Mitwirkende an LUDWIG VAN: Joseph Beuys, Günther Böhnert, Carlos Feller, Werner Höfer, Mauricio Kagel, Rudolf Körösi, Linda Klaudius-Mann, Klaus Lindemann, Heinz-Klaus Metzger, José Montes-Bacquer, Diter Rot, Schuldt, Victor Staub, Otto Tomek, Ferry Waldoff, Stefan Wewerka.]


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