KANN FILM FORSCHEN? III
Zu einer Zeitumkehr bei Godard
PRÉNOM CARMEN (1982)
Ich warne Dich:
Wenn ich Dich liebe, dann ist das Dein Ende!
Ja, Carmen.
Wie nennt man das?
Was?
Etwas wie:
Die Unschuldigen auf der einen Seite …
und die Schuldigen auf der anderen.
Und … ich weiß nicht …
Ich auch nicht.



Zunächst schreckt Carmens Kopf hoch,
erst dann schiebt sich Josephs Hand zwischen ihre Beine –



Brandung

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Vergleiche Alexander Kluges Gespräch mit einer Schauspielerin, deren Figur zum Ende des Theaterstücks sterben wird. In etwa:
– Sie wissen, dass Sie im dritten Akt sterben werden.
– Nein, zu Anfang des Stücks weiß ich das nicht.
– Aber am Ende sind Sie tot.
– Ja, natürlich, darauf läuft es hinaus.
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Wenn Brecht von seinen Schauspielern fordert, historisch zu spielen, so ist Godard in der Lage, Historizität durch Montage herzustellen, Zeit sichtbar zu machen. Aus der Erinnerung hätte ich Stein und Bein geschworen, der Vorgang wäre im Film chronologisch abgelaufen.