new filmkritik

Mittwoch, 14.11.2007

11/100

Die Geschichte von der amerikanischen Komödie, in der die Hauptdarstellerin beruflich nach Rotterdam versetzt werden soll und darauf vom Frischverliebten die entgeisterte Frage „Why Germany?!“ zu hören bekommt; eine Frage, auf die gewissermaßen die österreichische Rezension des Films antwortete, indem sie den Inhalt des Films so auslegte, dass die Frau nach Dänemark geschickt wird.

Montag, 12.11.2007

Hinweis (Berlin)

Revolver Live (18) > Hans Hillmann: Das Filmplakat
Dienstag, 13.11.07 – 19:30 | „Roter Speicher“, Volksbühne Berlin
mehr hier und hier

Montag, 05.11.2007

10/100

Die Geschichte vom Missverständnis, dass der Dokumentarfilm-Regisseur „an einem Straub-Film arbeite“, womit, wie sich dann herausstellte, in Wirklichkeit ein Film über die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Staub gemeint war.

Sonntag, 04.11.2007

9/100

Die Geschichte vom Produzenten, der für den melodramatischen Einschlag eines Filmprojekts einerseits und dessen kriminalistische Rahmung durch einen etwas hanebüchenen Mordplot andererseits zwei verschiedene Drehbuchautoren – eine Frau und einen Mann – engagierte, was im Ergebnis zu einem der delirantesten Filme der ersten fünfzig Jahre Filmgeschichte führte.

Samstag, 03.11.2007

The Assasination of Jesse James by the Coward Robert Ford

Ihr Lieben,

Bei euch ist gerade „The Assasination of Jesse James by the Coward Robert Ford“ angelaufen, und der Film wird allenthalben verrissen (hier war es ähnlich). Deshalb schreibe ich, weil ihr euch den Film dennoch angucken sollt. Ein ganz großartiger Film nämlich, der mich Tage lang eingenommen hat. Ich war überrascht, wie gut mir die geradezu stilisierten Landschaften gefielen, wo Weite nicht die große Rolle spielt, Tiefenschärfe kaum zum Einsatz kommt. Die Titeldarsteller sind beide gut, der Preis in Venedig an Brad Pitt überrascht aber doch, da Casey Affleck ihn deutlich noch überragt. Einfach unglaublich gut. Häufig wurde über die Unschärfe erzeugende Linse geschrieben, kaum darüber, dass dieser Effekt immer mit der Ebene des Off-Erzählers gekoppelt ist. Dass der Film durchgängig Lichtbrechung und Schattierung inhaltlich wie ästhetisch thematisiert und er das ‘print the legend’ in Sichtbarkeit übersetzt. Passend auch, dass RFs Freundin am Ende Stripperin ist. Schade nur, dass der Film sich gegen Ende zu sehr mit RF emotional verwickelt. Und dann wird seine Freundin eben auch zur Beschreibung seiner Person funktionalisiert. Das passiert den Frauen vorher nicht, sie bleiben immer ‘schön’ am Rand bzw. weitgehend im Unschärfebereich. Ich hätte den Film vielleicht im Zug enden lassen (ganz tolle Szene – nirgendwo gelesen), und den Rest des Films auf ein bis zwei Texttafeln übersetzt. Aber dann hätte man auch wiederum ein paar schöne Szenen verpasst.
Wie gesagt anschauen. (Unbedingt die untertitelte Fassung – ich habe auch nicht alle Dialoge verstanden, ist aber nicht so wichtig wie Affleck’s Stimme.)

Verena

Laub

Seltsam, dass es mich, wenn draußen das Laub noch leuchtet, nach Laubfilmen verlangt. Nach „Trouble With Harry“ zuallererst mit seinem aus Vermont ins Studio geschafften Laub, nach „The Far Country“ und wohl auch nach „All That Heaven Allows“. Als ich vorgestern „Yojimbo“ sah, ging mir auf, dass Schwarzweiß das Laub nicht versteht, nicht verstehen will. Der böse Sohn kehrt nach Hause zurück, der verschlagene Aufseher sagt: „Siehe, sogar der trockene Wind begrüßt dich.“ Und wirklich treibt der Wind schwärzliche Zettelchen vor sich her. In Schwarzweiß wird der Laub- zum Aschefilm, wenn nicht gar zum Staubfilm. Gewiss, ontologisch gesehen behält er Recht, Laub ist nichts anderes als sterbende Blätter, aber auf dieses letzte Aufleuchten kommt es an, und das hält nur Technicolor fest.

Donnerstag, 01.11.2007

The Wire

„We are always planning to move further and further out, to build a whole city“ (David Simon)

* Margaret Talbot: Stealing Life. The crusader behind „The Wire“

Dienstag, 30.10.2007

Free Suhrkamp/William Raban

Wenn das Buch zum Film so debil ist wie der Film, hat dieses Verlagsprogramm künftig einen lokalisierbaren Tiefpunkt. Lange nicht mehr so armseliges deutsches Kino gesehen. Wie sich Weingartners bestenfalls unausgegorenes Kritikverständnis mit dramaturgischer Unfähigkeit, schäbigen Typisierungen und peinlichen Fassbinderumarmungsgesten mischt, ist fast nicht mehr beschreibbar. Zu den erfreulichen Entdeckungen des vergangenen Viennale-Wochenendes zählt Thames Film von William Raban. Ein Flussfilm, der ökonomie- und kulturhistorische Perspektiven ineinanderwebt; mit einer dichten Soundtextur, aus der immer wieder die Stimme T.S. Eliots auftaucht und Passagen der „Four Quartets“ rezitiert:

I do not know much about gods; but I think that the river
Is a strong brown god – sullen, untamed and intractable,
Patient to some degree, at first recognised as a frontier;
Useful, untrustworthy, as a conveyor of commerce;
The only a problem confronting the builder of bridges.
The problem once solved, the brown god is almost forgotten
By the dwellers in cities – ever, however, implacable.
Keeping his seasons, and rages, destroyer, reminder
Of what men choose to forget. Unhonoured, unpropitiated
By worshippers of the machine, but waiting, watching and waiting.
His rhythm was present in the nursery bedroom,
In the rank ailanthus of the April dooryard,
In the smell of grapes on the autumn table,
And the evening circle in the winter gaslight.

Samstag, 27.10.2007

Hoch lebe Lelouch

Jean Douchets Spruch, Claude Lelouch liebe zwar fraglos das Kino, dieses aber erwidere die Geste nicht, ist DAS unübertreffliche Fehlurteil in der Geschichte der Filmkritik. Die weit verbreitete Sitte, den erfolgreichsten (und jüngsten) Regisseur der Nouvelle Vague gering zu schätzen, verstärkt freilich nur noch die Freuden seiner Bewunderer. Denn die sagen höchst vergnügt: Das kann doch nicht sein, man muss des verrückten Rennfahrers experimentelle Blockbuster doch lieben.
Vielleicht trotzdem nicht überflüssig: der Hinweis auf mindestens zwei an diesem Wochenende offene Einstiege in die Lelouchliebhaberei.

Eine Katze jagt die Maus / LE CHAT ET LA SOURIS (1975), mit Michèle Morgan und Serge Reggiani. Im BR um 0:15 in der Nacht von Samstag auf Sonntag
und
Begegnung in Venedig / HASARDS OU COINCIDENCES (1998), mit Alessandra Martines und Pierre Arditi. In der ARD um 0:00 in der Nacht von Sonntag auf Montag

Donnerstag, 25.10.2007

John Ford: The Man and His Films

Das Standardwerk zu John Ford, 1986 erschienen. Jetzt hat Tag Gallagher es überarbeitet. „Tag estimates it is roughly 40% new material, large and small changes, and all the frame enlargements are new. The latter detail is saying quite a lot considering Gallagher is an artist with still frames and their placement.“ (Andy Rector, Kino Slang).
Das Buch als pdf-Datei: http://rapidshare.com/files/61830908/ford_tag3.pdf.zip [19MB].


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