new filmkritik

Mittwoch, 23.06.2010

Unbrauchbar

„Und da darf doch keine Botschaft herauskommen außer der einen: der hat gemacht, was er konnte!“ So hat Vlado Kristl einmal zusammengefasst, was er selbst von sich verlangte.

Dabei war er umstellt von lauter Unmöglichkeiten: Von allem, was er vermeiden wollte und wovon er doch wusste, dass es nicht zu vermeiden war. Gerade ein unsentimentales Sachbuch über Kristl, wie das gerade von Christian Schulte vorgelegte, kann uns dieses Künstlerschicksal vor Augen führen, in seiner Verweigerung und Verzweiflung, in Tragik und Komik. Eine erschütternde Charakterstudie. 

Die Zerstörung der Systeme, Reihe Filit, Verbrecher Verlag, 2010, 126 Seiten, 11 €

Freitag, 18.06.2010

Das Leben an Land bleibt schwierig

„Ich schaue mir viele traurige französische Filme an. Im Kino recke ich den Hals, Schmerzen hinter jedem Auge, denn die Münder der Schauspieler bewegen sich rasch wie Rotoren. Am Ende sollte ich wissen, wie jeder zu sich selbst geworden ist, weiß es aber nie.“

Im Roman „Schwimmen“ geht es nicht um die Lebensvermeidung durch das Kino, sondern durch Sport. Aber wer auch nur einmal versucht hat, Schmerz durch Leistung zu betäuben, liest dieses großartige Buch – komisch und traurig – nicht nur als Erzählung von einer Ausnahme. „Sag mir nur, was ich bin, und ich bin’s.“

Nicola Keegan, „Schwimmen“, Rowohlt, 2010, 476 Seiten, 19,95 €

Mittwoch, 16.06.2010

Posthumanismus

„If there’s something I’d like to criticize, I bring the zombies out.
And I get finanzing that way.“

10 questions for George Romero, dessen Lieblingsfilm The Tales of Hoffmann (Powell/Pressburger 1951) ist.

Dienstag, 15.06.2010

Sonntag, 13.06.2010

Überdruss

„An der Grenze des Gestern“ befand sich Siegfried Kracauer 1932 im gleichnamigen Text, als er eine „permanente Film- und Foto-Schau“ in Berlin besuchte. Er berichtet von unheimlichen und lächerlichen Eindrücken. Denn: „Durch diese Sammlung erst wird das ungewusst mitgeführte Leben offenbar und tritt uns fremd gegenüber.“ Beim Anblick einer Fotografie aus der „Urzeit“, von „Niépce , der zwischen 1816 und 1830 gewirkt hat und der Vorläufer Daguerres gewesen ist“, kommt Kracauer zu dem Gedanken: „Und die Rührung, die sich der heutigen Betrachter beim Anblick des vergilbten Blattes bemächtigt, erklärt sich daraus, daß es zum Unterschied von den meisten modernen Photos das Vergängliche retten, nicht aber bis zum Überdruß verewigen will.“

Und so verschiebt sich diese „Grenze des Gestern“ bis zu uns.

(Zu finden mit vielen anderen Fern-Blicken in: „Straßen in Berlin und anderswo“)

Freitag, 11.06.2010

Tshabalala


Gemälde in Kneipe, Lissabon, 2010 (Foto: Katrin Leuthe)

Donnerstag, 10.06.2010

Umbenennung

Heute wird in Berlin der Holtzendorffplatz in Kracauerplatz „feierlich“ umbenannt. Damit soll nicht nur an Siegfried Kracauer, sondern auch an seine Frau Elisabeth erinnert werden.

„Mitten in einem großstädtischen Wohnviertel gelegen und Treffpunkt mehrerer breiter Straßen, entzieht sich der kleine Platz so sehr der Aufmerksamkeit, dass kaum jemand auch nur seinen Namen kennt“ So schreibt Kracauer, aus seinem Haus schauend, in „Straßen in Berlin und anderswo.“

Samstag, 05.06.2010

Hinweis

Seit dem 2. Juni & noch bis morgen im Haus der Kulturen der Welt:

* Berlin Documentary Forum # 1

Heute: Melitopoulos, Wiseman, Sivan, Fast u. a.
Morgen: Mrakitsch, Prelinger, Ophüls u. a.

Übersicht (PDF)

Freitag, 04.06.2010

Hinweis

* Spuren eines dritten Kinos – Filmreihe, Zeughauskino Berlin, Juni 2010
* The Canine Condition – Projekte, Netzseite, Weblog

Donnerstag, 03.06.2010

Fronleichnam


Constance Dowling und June Vincent, Black Angel, Roy William Neills letzter Film, 1946

Joe Dante: „I’ve been a Roy William Neill fan ever since I saw Frankenstein Meets the Wolf Man, with its long swooping takes and striking use of foreground compositions. Then I discovered his Sherlock Holmes movies, The Black Room and the rest. I even named a character after him in The Howling. Definitely an underrated filmmaker, well worth the critical reappraisal he never got!“ *

The Black Room, 1935. Es geht um Zwillinge, denen ein blutiges Schicksal prophezeit ist.
Boris Karloff in einer Doppelrolle. Ein Film voll von Spiegeln.
Katherine DeMille singt: „Sweet music from nowhere / you never know where / love will start.“
Karloff sagt daraufhin, während er eine Birne isst: „A pear is the best fruit. Lots of juice in a pear. Adam should have chosen a pear.“


Es gibt viel zu staunen: „The black room. It is black.“


Frankenstein Meets the Wolf Man, 1943

Der Tod wird kommen, und er wird deine Augen haben.
Das wird sein wie das Aufgeben eines Lasters,
als erschiene im Spiegel
ein totes Gesicht
(Cesare Pavese, 1950; geschrieben für Constance Dowling)


The Spider Woman, 1944, Gale Sondergaard und Basil Rathbone, ebenbürtige Gegner.
Toller Film, sehr sexy…

Ein flüchtiger Blick auf die 108 Titel umfassende Filmographie von Roy William Neill (1887-1946) macht auf einige Titel besonders neugierig: The Man From M.A.R.S. (ein 3-D Film von 1922), The Menace (1932; Horrorfilm, der auf einer Halloweenparty endet), Black Moon (1934; Voodoo-Film mit Menschenopfern), Mills of the Gods (1934; sensationell kämpferischer Depressionsfilm), Doctor Syn (1937; der nachtaktive Schurke ist am Tage Vikar), und so weiter…


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