The Wire
„We are always planning to move further and further out, to build a whole city“ (David Simon)
* Margaret Talbot: Stealing Life. The crusader behind „The Wire“
„We are always planning to move further and further out, to build a whole city“ (David Simon)
* Margaret Talbot: Stealing Life. The crusader behind „The Wire“
Wenn das Buch zum Film so debil ist wie der Film, hat dieses Verlagsprogramm künftig einen lokalisierbaren Tiefpunkt. Lange nicht mehr so armseliges deutsches Kino gesehen. Wie sich Weingartners bestenfalls unausgegorenes Kritikverständnis mit dramaturgischer Unfähigkeit, schäbigen Typisierungen und peinlichen Fassbinderumarmungsgesten mischt, ist fast nicht mehr beschreibbar. Zu den erfreulichen Entdeckungen des vergangenen Viennale-Wochenendes zählt Thames Film von William Raban. Ein Flussfilm, der ökonomie- und kulturhistorische Perspektiven ineinanderwebt; mit einer dichten Soundtextur, aus der immer wieder die Stimme T.S. Eliots auftaucht und Passagen der „Four Quartets“ rezitiert:
I do not know much about gods; but I think that the river
Is a strong brown god – sullen, untamed and intractable,
Patient to some degree, at first recognised as a frontier;
Useful, untrustworthy, as a conveyor of commerce;
The only a problem confronting the builder of bridges.
The problem once solved, the brown god is almost forgotten
By the dwellers in cities – ever, however, implacable.
Keeping his seasons, and rages, destroyer, reminder
Of what men choose to forget. Unhonoured, unpropitiated
By worshippers of the machine, but waiting, watching and waiting.
His rhythm was present in the nursery bedroom,
In the rank ailanthus of the April dooryard,
In the smell of grapes on the autumn table,
And the evening circle in the winter gaslight.
Jean Douchets Spruch, Claude Lelouch liebe zwar fraglos das Kino, dieses aber erwidere die Geste nicht, ist DAS unübertreffliche Fehlurteil in der Geschichte der Filmkritik. Die weit verbreitete Sitte, den erfolgreichsten (und jüngsten) Regisseur der Nouvelle Vague gering zu schätzen, verstärkt freilich nur noch die Freuden seiner Bewunderer. Denn die sagen höchst vergnügt: Das kann doch nicht sein, man muss des verrückten Rennfahrers experimentelle Blockbuster doch lieben.
Vielleicht trotzdem nicht überflüssig: der Hinweis auf mindestens zwei an diesem Wochenende offene Einstiege in die Lelouchliebhaberei.
Eine Katze jagt die Maus / LE CHAT ET LA SOURIS (1975), mit Michèle Morgan und Serge Reggiani. Im BR um 0:15 in der Nacht von Samstag auf Sonntag
und
Begegnung in Venedig / HASARDS OU COINCIDENCES (1998), mit Alessandra Martines und Pierre Arditi. In der ARD um 0:00 in der Nacht von Sonntag auf Montag
Das Standardwerk zu John Ford, 1986 erschienen. Jetzt hat Tag Gallagher es überarbeitet. „Tag estimates it is roughly 40% new material, large and small changes, and all the frame enlargements are new. The latter detail is saying quite a lot considering Gallagher is an artist with still frames and their placement.“ (Andy Rector, Kino Slang).
Das Buch als pdf-Datei: http://rapidshare.com/files/61830908/ford_tag3.pdf.zip [19MB].
Soeben erschienen: Shomingeki Nr. 19
Erinnerungen an Kei Kumai (Rüdiger Tomczak)
Verteidigung der Zeit von Peter Nestler (Johannes Beringer)
Nicht versöhnt von Jean-Marie Straub (Stefan Flach)
Anstelle eines Nachrufs für Herbert Linder (Stefan Flach)
Hommage für Kiyoshi Atsumi (Claude R. Blouin)
Eine Nachlese zur Retrospektive Mikio Naruse (Barbara Wurm)
O Sangue (Das Blut) von Pedro Costa (Johannes Beringer)
Juventude em marcha (Jugend voran) von Pedro Costa (Johannes Beringer)
Weiße Serie (I) (Bettina Klix)
Erinnerungen an Indien (Rüdiger Tomczak)
Mansur mian-r ghora (The last Ride) (Rüdiger Tomczak)
Nishijapan (After the Night…Dawn) von Sandip Ray (Pradip Biswas)
Notizen zu einigen Filmbüchern von Pradip Biswas (Rüdiger Tomczak)
Notizen zu einigen Filmen der Berlinale 2007 (Rüdiger Tomczak)
State Legislature von Frederick Wiseman (Johannes Beringer)
Nachmittag von Angela Schanelec (Johannes Beringer)
Dann nehme ich eben alles (Schwarze Serie I) (Bettina Klix)
Inland Empire von David Lynch (Bettina Klix)
Beim Erwerb eines Buches – zu Helmut Färbers Buch Soshun (Julia Bantzer)
*
Soeben erschienen: SigiGötz Enterntainment, Die zwölfte Fügung
SigiGötz Entertainment fordert: Ehrenpreis der deutschen Filmakademie für Siggi Götz
Der andere Pornorama
SigiGötz Entertainment präsentiert: Der Kanon des Deutschen Films, 101 deutschsprachige Tonfilme ausgewählt und kommentiert von Stefan Ertl, Rainer Knepperges und Ulrich Mannes. Unterstützt von Olaf Möller und Hans Schifferle.
SigiGötz Entertainment Centerfold
Eine in sich geschlossene Kinogeschichte
Incognito Ergo Sum (Sepp Knarrengeier)
Und was tut sich bei den SUPERNASEN-FANS?
Gehört, gelesen, zitiert
* Nicolas Wackerbarth, der unter anderem bei Revolver mitmacht, trifft Apichatpong Weerasethakul im Juli 2007 in Marseille auf dem Weg zum Flughafen und unterhält sich mit ihm. Die Transkription dieses Gesprächs findet sich jetzt auf der Langtextseite: BOARDING – Ein Gespräch mit Apichatpong Weerasethakul.
ANTHEM von Apichatpong Weerasethakul und HALBE STUNDEN von Nicolas Wackerbarth sind auf der seit Donnerstag laufenden Viennale in Wien zu sehen.
* Olaf Möller war in Trst auf dem Filmfestival I mille occhi (22.-29.9.07) und berichtet davon auf der Langtextseite – Von schöner Unordnung.
Von Montag, 22.10., bis Donnerstag, 25.10., werden in der DFFB im Rahmen eines Seminars von Jörg Becker Filme von Peter Nestler gezeigt. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Programm und Anmeldung bei Frau Gräwe: graewe@dffb.de
Am 27.10. ist Nestlers neuer Film, VERTEIDIGUNG DER ZEIT, im Arsenal zu sehen. Anschließend gibt es ein Gespräch mit dem Regisseur, geführt von Jörg Becker und Carlos Bustamante.
* Volker Pantenburg: Moullet !
[Edit 16.10.: Wir wollten diesen zweiten Text – Moullet über Moullet – ebenfalls schon an Luc Moullets 70. Geburtstag auf die Seite stellen, warteten aber zunächst die Genehmigung der Viennale ab, in deren Katalog der Text 1998 zum ersten Mal auf Deutsch publiziert wurde. Besten Dank nach Wien für die Erlaubnis zum Wiederabdruck; VP.]