Einträge von Volker Pantenburg

Mittwoch, 25.07.2018

Paratexte der FILMKRITIK (5): Geld für eine Kopie

[Filmkritik, 24. Jahrgang, 2. Heft, 278. Heft der Gesamtfolge, Februar 1980, Umschlaginnenseite; der Aufruf ist textidentisch im Aprilheft 1980 erneut abgedruckt, dort auf der Innenseite des hinteren Umschlags]

Sonntag, 17.06.2018

Paratexte der FILMKRITIK (4): Straub/Huillet im Arsenal


Auszug aus dem Monatsprogramm des Arsenal, Kino der Freunde der Deutschen Kinemathek e.V., November 1981: »Jean-Marie Straub/Danièle Huillet: „Zu früh, zu spät“. Weitere Programmschwerpunkte in diesem Monat: »Die junge Ingrid Bergman«, »Neue Experimentalfilme«, »Lucienne Lanaz«, »Seminar: Die großen Filmkomiker«.

Donnerstag, 31.05.2018

Paratexte der FILMKRITIK (3): Südcoop (1970)

Beilage zur Ausgabe 3/1970. Ein Wendeheft. Von vorne: „Unsere Filmpolitik der 70er Jahre (S. 1 bis 6), von hinten: „filmfestival der unabhängigen filmmacher, Festivalprogramm und Verleihkatalog Nr. 2“ (S. I bis VIII) Das Gesamtheft als PDF (6 MB) hier. Der Lesbarkeit halber sind die Seiten I bis VIII im PDF um 180 Grad gedreht.

Samstag, 12.05.2018

Paratexte der FILMKRITIK (2): zustimmen / nicht zustimmen

Gérard Genette gewidmet

[gefunden in Ausgabe 6/60. Im Inhaltsverzeichnis: „FILMKRITIK zweimal monatlich? Bitte beachten Sie das Postscriptum auf S. 192 und die diesem Heft beiliegende Antwortkarte“ – Das Heft erschien weiterhin im Monatsrhythmus.]

Donnerstag, 26.04.2018

Paratexte der FILMKRITIK (1): Umfrage, 1964


[gefunden in FILMKRITIK 1/64, der ersten Ausgabe im größeren Format von 17 x 24 cm, die auch den Auftakt der Reihe „Zum Selbstverständnis der ‚Filmkritik'“ von Wilfried Berghahn enthält – die Umfrage wird aber wohl ursprünglich eine Beilage der Aprilausgabe gewesen sein.]

Donnerstag, 05.04.2018

Harun Farocki über TRANSIT (1966)

Eine von Farockis Antworten bei der Zulassungsprüfung der dffb, Mai 1966. Die Frage, auf die Farocki hier antwortet, ist nicht Teil der Akte (Deutsche Kinemathek: Signatur: N 7815-dffb), aber vermutlich lautete sie, welches Buch man gern verfilmen würde.

Zwei TRANSIT-Verfilmungen, die mit Farockis Interesse für das Buch auf die eine oder andere Weise zusammenhängen:

FLUCHTWEG NACH MARSEILLE, BRD 1977, Regie: Ingemo Engström und Gerhard Theuring

TRANSIT, D 2018, Regie: Christian Petzold, ab heute im Kino.

Dienstag, 06.03.2018

André S. Labarthe, 1931–2018

Gestern die Meldung, dass André S. Labarthe gestorben ist.

Fast zehn Jahre ist es her, dass wir – Erik Stein, Stefan Pethke und ich – bei unserer Reise für „Kunst der Vermittlung“ mit ihm ein Gespräch führten. Soweit ich mich erinnere, hatten wir ihn gar nicht auf unserer Liste, als wir losfuhren. Dann wollte der Zufall, dass es beim Coté Court-Festival in Pantin eine kleine ASL-Retrospektive gab. Man denkt bei ASL immer gleich an „Cinéastes de notre temps“ und „Cinéma, de notre temps“ – ich wette, dass in Nachrufen, falls es in Deutschland überhaupt welche geben wird, reflexhaft das Adjektiv „legendär“ benutzt werden wird –, aber sein Blick war viel weiter als nur auf’s Kino. In Pantin liefen auch Sendungen zu Bruno Schulz, zu Artaud, zu Philipp Sollers und vielen anderen. Premiere hatte damals „Bernadette Lafont, exactement“, und wenn mein Gedächtnis besser wäre, könnte ich mit Sicherheit sagen, dass Lafont auch zu Gast war (in meiner Erinnerung war sie es).

Labarthe lud uns dann zu sich nach Hause ein. Von den Leuten, mit denen wir in dieser einen Woche Gespräche führten (Bergala, Douchet, Eisenschitz, Huet, Lagier) war er der einzige, der uns zur Begrüßung einen Wodka (oder Whisky – mein Gedächtnis, meine Ignoranz gegenüber Alkohol) anbot. Was sind das eigentlich für Zigaretten, die so gelblich aussehen, wie aus Kunststoff, und sehr lange brennen? Diesen Typus von Zigarette verbinde ich mit André S. Labarthe, vielleicht wurden sie nur noch für ihn hergestellt. Gleich neben der Küche war eine Kammer mit Filmdosen, haufenweise 16mm-Aufnahmen aus fünf Jahrzehnten, von unzähligen Gesprächen.

Einen Teil des Gesprächs, das, wie ich der mp3-Datei entnehme, am 16. Juni 2008 um 13:58 begann, kann man hier nachlesen. Wir stellten dann ein ganzes Dossier zu ASL zusammen, mit einem Text von Ralph Eue und weiteren Materialien. Hilfreich immer noch die Filmographie, die Jean-Luc Dirick aus Anlass des Festivals 2008 zusammengestellt hat.

Ich zitiere den Schluss von Ralph Eues Text, den Abschnitt mit der schönen Überschrift ASL „polymorph“

„Wofür steht eigentlich das S. in Labarthes Namen? Erstens: es dient dazu, das Pech hinters Licht zu führen. Ohne das S. hätte sein Name nämlich 13 Buchstaben, was ihn zur Zielscheibe für Unglück und Missgeschick machen würde. Zweitens: wollte er in seiner Anfangszeit als Kritiker Verwechslungen vorbeugen, da es einen entfernten Verwandten gab, der auch André hieß, Chefredakteur der Zeitschrift Constellation und Autor populärwissenschaftlicher Bücher (u.a. De la bombe atomique au sérum Bogomolotz, 1951) war. Drittens: macht das S. die Möglichkeit eines Plurals spürbar. Viertens: könnte es auch für Singulär stehen. Fünftens: Für Sylvain jedenfalls, wie gelegentlich zu lesen, steht es nicht. Sechstens: als Hommage für das große S in CinemaScope? Ja, das wäre denkbar.

»Bei Namen ist es wie bei Filmen, sie brauchen ein Gegenüber, damit sie sich in ihrer ganzen polymorphen Fülle realisieren. Versteht sich, dass sie bei jedem neuen Gegenüber ganz neue Assoziationen befördern.«“

Dienstag, 02.01.2018

Die Pausenzeichen des Westdeutschen Rundfunks (5)

[Aus Köln in die Welt. Beiträge zur Rundfunkgeschichte, hg. von Walter Först, Köln: Grote 1974; = Annalen des Westdeutschen Rundfunks, Band 2, Innenseite des vorderen Buchdeckels]

Samstag, 30.12.2017

Fernando Birri, 1925 – 2017


Vor genau einem Jahr waren wir – Michael Baute, Stefan Pethke und ich – gemeinsam mit Markus Ruff vom Arsenal und Settimio Presutto, Fernando Birris engstem Mitarbeiter an diesem Film, in der Schlussphase der DVD und DCP-Produktion von ORG.

Michael war 2011 im Rahmen des LIVING ARCHIVE-Projekts auf den Film aufmerksam geworden, seitdem gab es die Pläne, die 177 Minuten zu digitalisieren und wieder zugänglich zu machen. Es entstand auch ein Video-Essay mit Studierenden aus Braunschweig und Frankfurt/Main; mit Presutto filmten wir ein Gespräch, das letztlich unveröffentlicht blieb.

Aus verschiedenen Gründen zog sich das alles sehr lang hin und war einigermaßen kompliziert, aber das passt gut zum Film selbst, dessen Produktionsgeschichte 1968 begann und über zehn Jahre dauerte.

Der Film wurde bei der Berlinale gezeigt, Birri war, so schrieb er per Mail aus Rom, sehr glücklich über die Arbeit und Leidenschaft, que permiten el milagro de resucitar ORG como un Ave Fénix de sus cenizas. Am 22. Dezember 2016 schickte er uns einen Text für das Booklet der DVD, „Das Ei des Phönix (fast ein halbes Jahrhundert später)“.

Immer mal wieder fragte ich in den letzten Jahren unter Kinobegeisterten herum, wer Birri kenne und etwas über ORG wisse, aber niemand konnte Genaueres sagen, den meisten war der Name Birri gar kein Begriff. Vielleicht ist das nur mein Eindruck, aber die Filmgeschichte Lateinamerikas scheint in der öffentlichen Wahrnehmung keine besonders große Rolle zu spielen.

Hier ist ein Porträt von Michael Chanan zu sehen, ein zwanzigminütiger Auszug aus einer längeren Dokumentation über das lateinamerikanische Kino, die Chanan 1983 für Channel 4 gedreht hat. Trigon-Film in der Schweiz scheint einige seiner Filme demnächst auf DVD herauszubringen.

Am 27. Dezember 2017 ist Fernando Birri mit 92 Jahren gestorben.

Sonntag, 24.09.2017

Maria Lang

Der einzige Film von Maria Lang, den ich kenne, ist Familiengruft. Ein Liebesgedicht an meine Mutter von 1981/82, ihr zweiter Film an der dffb. Ute Aurand hatte ihn mitgebracht an die FU, zusammen mit eigenen Filmen und einem 16mm-Projektor.

Zur Vorführung im Rahmen eines Seminars zur Geschichte der dffb kam nur eine Handvoll Studierende.

Jetzt – noch bis heute Abend – zeigt Ute Aurand Filmprogramme im Zeughauskino: Filme von Maria Lang, und solche, die für Maria Lang wichtig waren.

Auch ein Buch hat Ute Aurand zusammengestellt: „Maria Lang. Texte zum Film“. Sie verlegt es selbst, man kann es unter der hier angegebenen Email-Adresse bei ihr bestellen. Jede und jeder sollte das tun.

Über Familiengruft ist dort zu lesen:

„Der Vater schlachtet einen Hasen. Das ist klar und überschaubar. Jeder Schnitt hat eine Funktion und am Ende liegt das Fleisch sauber und ordentlich zerteilt in der großen Schüssel.
Die Mutter macht Hefeteig. Dabei sind mehrere Arbeitsgänge erforderlich, mit langen Pausen dazwischen. Das ist verwirrend und undurchsichtig. Am Ende wird ein Zopf daraus geflochten.

[…]

Ich rede über die Sprachlosigkeit, die Mauern, die Liebe, die Verachtung. Der Film ist ein Dokument meiner Hilflosigkeit. Ich kann darin meine Liebe nur beschreiben, die so nahe bei der Verachtung liegt, und aufhören zu glauben, daß genau das nicht sein darf.“ (aus dffb-Info 227, 1982)


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