Einträge von Volker Pantenburg

Donnerstag, 19.12.2019

Paratexte der FILMKRITIK (14): Beuys, blätternd

Joseph Beuys, bei Minute 13:45 in Lutz Mommartz‘ Film 400 m IFF von 1969 (21 min, 16mm, s/w).

Schon beim notdürftigen Einrichten der Beleuchtung blättert Beuys kurz im Heft, dann setzt er sich, nimmt es erneut zur Hand, legt es nach erneutem Blättern wieder weg.

Es handelt sich um die Februarausgabe von 1969, auf dem Cover Marlene Dietrich in Shanghai Express. Beuys scheint nicht zu interessieren, was Enno Patalas über Godards Week-End schreibt oder Frieda Grafe über Gertrud. Auch die Texte über „Acht Filme von Josef von Sternberg“ lassen ihn kalt.

Dank an Michael Baute für den Hinweis.

Dienstag, 10.12.2019

Kinohinweis Köln

Wer in Köln wohnt und morgen, am 11. Dezember um 20.00 Uhr nicht in den FILMCLUB 813 geht, ist selber schuld.

Gezeigt wird

DER CHAMPAGNER-SPRINGBRUNNEN
D 1996 – 47 Min. – digital
Kamera und Regie: Herbert Fell
in Anwesenheit von Herbert Fell

sowie

HAT WOLFF VON AMERONGEN KONKURSDELIKTE BEGANGEN?
D 2004 – 73 Min. – 35mm
Kamera, Buch und Regie: Gerhard Benedikt Friedl

Beides aus Anlass des ersten Todestags von Werner Dütsch, der die Filme als WDR-Redakteur betreut hat.

Über DER CHAMPAGNER-SPRINGBRUNNEN hat Dütsch geschrieben:

»Freizeit gibt es immer mehr. Aber was damit tun? Müsste sie nicht organisiert werden? Als die Arbeit an diesem Film begann, stellte sich schnell heraus, dass unzählige Unternehmen damit beschäftigt sind, den Freizeitlern die Zeit zu ordnen und Vergnügungen verschiedenster Art anzubieten. Eine neue blühende Branche, die offenbar einen großen Bedarf zu decken hat. Der Film gibt Anlass zum Gelächter. Aber ist das wirklich zum Lachen?«

Einen Tag später, am 12. Dezember, erneut im FILMCLUB 813 zur gleichen Zeit ein Lieblingsfilm Dütschs.

Sonntag, 08.12.2019

Paratexte der FILMKRITIK (13): Ein aktuelles Angebot

Wer wissen will, welches aktuelle Angebot die Leser der FILMKRITIK in diesem DIN A5-Umschlag erwartete, muss hier klicken.

Der Umschlag war im Februarheft 1974 (Nr. 206) – dem mit der fantastischen Montage von Wolf-Eckart Bühler auf dem Titel („Zur Kulturgeschichte des Planeten Erde – Eva, Adam, die Schlange, die natürliche Natur und Onkel Donald.“) Im Hauptteil des Hefts der zweite Teil der Übersetzung des CAHIERS-Texts zu YOUNG MR. LINCOLN VON JOHN FORD, dazu kommentierende Texte des Übersetzers Paul B. Kleiser sowie Bühlers, der das Heft redaktionell betreut hat.

Freitag, 27.09.2019

Utopie

„Hoffentlich fällt die Macht eines Tages allen Menschen auf den Wecker.“

Das wär’s doch. Eine von Vlado Kristls Weisheiten.

[Vlado Kristl: Sekundenfilme, hg. von Wolf Wondratschek, Frankfurt/Main: Suhrkamp 1971, S. 29; auch in Filmkritik 10/69, S. 607]

Mittwoch, 04.09.2019

Bodies in Motion

Andy Holden: Laws of Cartoon Motion Cinema (Poster/Print Ed 100), Auszug (link)

Vgl. auch hier: To a Friends house…

Freitag, 30.08.2019

Jean Seberg, † 30./31. August 1979

Notiz Jean Seberg

Neulich / Auf der Straße / habe ich plötzlich / große Angst bekommen / UM MEINE AUGEN / NICHTS ZU TUN / Mit den Grauen, die ich durchlebe / Lediglich der Schrecken / um diesen intimen Teil / EINGESCHLOSSEN UND ÜBERWÄLTIGEND / JENER TRAURIGKEIT UND DREAM / MEINE AUGEN

[Notiz von Jean Seberg, abgedruckt in: Thomas Lescure / Philippe Garrel: Une caméra à la place du coeur, Aix en Provence: Admiranda/Institut de l’Image 1992, S. 107.]

[siehe auch hier]

Donnerstag, 30.05.2019

Werner Dütsch

Heute wäre Werner Dütsch 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass ein persönliches Fundstück, mit herzlichem Dank an Hannah Hoffmann und Martina Müller.

Samstag, 25.05.2019

Gideon Bachmann hören (und sehen)

* Trial and Error, Regie: Marie Falke

Am 30. Mai um 15.00 Uhr beim Dokumentarfilmfestival Karlsruhe. Gideon Bachmann (1927–2016) in seinen letzten Jahren und Monaten. Falke lernt ihn kennen, macht einen Film über ihn und sein Leben. Seit den 1950er Jahren hat Bachmann über das Kino geschrieben und vor allem lange Radiogespräche geführt. Im Alter – in Falkes Film – will er davon wenig oder nichts mehr wissen. Die Filmwelt, deren Chronist er war, ist weit weg. Zum Glück akzeptiert er, wenn auch widerwillig, Falke und ihre Kamera, die ihm ziemlich nah kommen.

„Er trug mir die Inventur seiner Wohnung auf und ich bat um die Erlaubnis, einen Film über ihn drehen zu dürfen. Mein ursprünglicher Gedanke, seine Biografie in Bildern zu erzählen, stellte sich aber von Besuch zu Besuch als immer schwieriger heraus.
Gideon war müde und bitter geworden, sein innerer Kampf hatte schon lange bevor wir uns begegneten waren begonnen. Und so wurde der Film zu einem Dokument der Begegnung eines alternden Kosmopoliten, der mit dem Tode ringt, und einer jungen Filmstudentin, die nach Geschichten sucht.“ (Marie Falke)

* Lettere aperte, Ausgabe 5/2018. Die ganze Ausgabe ist Bachmann gewidmet, in einige Beiträgen sind ausführliche Gespräche Bachmanns eingebettet. Ein immenses Audio-Archiv mit z.B. Jean Renoir, Carl Theodor Dreyer, Maya Deren, Lilian Gish …

Mittelfristig wird Bachmanns Nachlass vom ZKM Karlsruhe (Audio) und dem Filmarchiv des Kulturvereins Cinemazero in Pordenone (Filme) erschlossen und zugänglich gemacht.

Man sollte versuchen, sich einen Kopfhörer und paar Wochen Urlaub zu nehmen. Guter Einstieg:

Víctor Fancelli Capdevila, Christian Haardt: Eine akustografische Geschichte des Kinos. Gideon Bachmann als Stimmensammler von Filmemachern

Freitag, 01.03.2019

Paratexte der FILMKRITIK (12): Straub/Huillet


[Filmkritik Nr. 288, Dezember 1980, S. 562–563 – die letzten Seiten des zweiten Hefts zu DALLA NUBE ALLA RESISTENZA]

***

Zugleich Anlass, auf die umfassende Retrospektive der Filme von Huillet und Straub hinzuweisen, die durch den Einsatz und Enthusiasmus von Ricardo Matos Cabo heute an verschiedenen Orten in London beginnt:

* ICA London
* Goethe Institut London
* BFI Southbank

Weitere Spielorte: King’s College London, Ciné Lumière, Close-Up, Whitechapel Gallery.

***

Zum Auftakt: 1. März, 18:30 Uhr im ICA:

The Knife Sharpener (L’arrotino), Dirs. Danièle Huillet and Jean-Marie Straub, Germany 2001, 7 min., Italian with English subtitles

From Today Until Tomorrow (Von Heute auf Morgen), Dirs. Danièle Huillet and Jean-Marie Straub, Germany, 1997, 62 min., German with English subtitles

Samstag, 12.01.2019

Paratexte der FILMKRITIK (11): KINO 81

KINO 81: Sendung vom 14. Mai 1981 (Themenübersicht)

Neben dem „projizierten“ Heft (*) gibt es auch ein „gesendetes“ Heft: Die Maisendung des WDR-Magazins „KINO 81“ mit Beiträgen von Wolf-Bühler (Irving Lerner), Harun Farocki (Gespräch mit Heiner Müller), Hartmut Bitomsky (James Agee), Manfred Blank (Eric Rohmer), Helmut Färber (Mizoguchi) und Hanns Zischler (Roland Barthes).

„Ein weiterer Vorschlag zur Geldbeschaffung: die FK macht einen Fernsehfilm „Kino 81″ mit vielleicht 6 Beiträgen über Kinoereignisse des kommenden Jahres. MB [Manfred Blank] könnte das machen und Dütsch vorschlagen.“ (Protokoll VV 9./10. August 1980).
Bei der schließlich produzierten Sendung wird Helmut Merker als Redakteur genannt.

Kino 81, Sendung vom 14. Mai 1981, Realisation: Manfred Blank, Redaktion Helmut Merker, eine Harun Farocki Filmproduktion für die FILMKRITIK, 43 min. (*)


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