Sonntag, 17.06.2018

Paratexte der Filmkritik (4): Straub/Huillet im Arsenal


Auszug aus dem Monatsprogramm des Arsenal, Kino der Freunde der Deutschen Kinemathek e.V., November 1981: »Jean-Marie Straub/Danièle Huillet: „Zu früh, zu spät“. Weitere Programmschwerpunkte in diesem Monat: »Die junge Ingried Bergman«, »Neue Experimentalfilme«, »Lucienne Lanaz«, »Seminar: Die großen Filmkomiker«.

Donnerstag, 31.05.2018

Paratexte der FILMKRITIK (3): Südcoop (1970)

Beilage zur Ausgabe 3/1970. Ein Wendeheft. Von vorne: „Unsere Filmpolitik der 70er Jahre (S. 1 bis 6), von hinten: „filmfestival der unabhängigen filmmacher, Festivalprogramm und Verleihkatalog Nr. 2“ (S. I bis VIII) Das Gesamtheft als PDF (6 MB) hier. Der Lesbarkeit halber sind die Seiten I bis VIII im PDF um 180 Grad gedreht.

Sonntag, 27.05.2018

DOME. Unser Verhältnis zum Kosmos

Hinweis auf eine von Frank J. Schäpel kuratierte Ausstellung und Veranstaltungsreihe (17.5. – 1.7.2018) im Zeiss-Grossplanetarium an der Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin.
Ich möchte insbesondere auch auf die beiden Musikveranstaltungen in der grossen Kuppel aufmerksam machen, Stockhausen am 30.5. und Xenakis am 1.7.2018.

Samstag, 12.05.2018

Paratexte der FILMKRITIK (2): zustimmen / nicht zustimmen

Gérard Genette gewidmet

[gefunden in Ausgabe 6/60. Im Inhaltsverzeichnis: „FILMKRITIK zweimal monatlich? Bitte beachten Sie das Postscriptum auf S. 192 und die diesem Heft beiliegende Antwortkarte“ – Das Heft erschien weiterhin im Monatsrhythmus.]

Freitag, 04.05.2018

Filme der Fünfziger (XLI): Liane – das Mädchen aus dem Urwald (1956)

Zu den unausgesprochenen Tabus im deutschen Kino der 50er gehörte die Darstellung der weiblichen Brust, die nur in Kulturfilmen gezeigt werden durfte. In Spielfilmen ging dagegen, so die These, vom entblößten Busen immer eine erotisierende Wirkung aus. Einer der ersten, der dieses Tabu brach, war der Göttinger, später Berliner Filmproduzent Gero Wecker. Er kaufte in Cannes 1952 die deutschen Verleihrechte für „Sie tanzte nur einen Sommer“ (Schweden 1951; R: Arne Mattson), der in der Bundesrepublik neben „Don Camillo und Peppone“ der erfolgreichste Film der Saison 1952/53 wurde. 1955 produzierte er mit „Die Mädels vom Immenhof“ den ersten Teil der „Immenhof“-Trilogie mit den Kinderstars Heidi Brühl und Angelika Meichsner.
Weibliche Kinderstars wie Romy Schneider, Christine Kaufmann, Cornelia Froboess oder Sabine Sinjen waren Mitte der 50er Jahre schon junge Frauen; mit Karin Baal und Marion Michael wandelten sich die süßen Kinder zu erotischen Objekten und öffneten das Kino zum Paradies für Pädophile.

Über Anzeigen in der „Bild“-Zeitung suchte Gero Wecker 1956 eine Hauptdarstellerin für „Liane“. Tausende Mädchen meldeten sich; ausgewählt wurde die fünfzehnjährige Marion Ilonka Michaela Delonge, die sich fortan Marion Michael nannte. Das junge Mädchen aus wenig begütertem Haus schien mit der Aussicht auf Filmengagement, Hauptrolle und Sieben-Jahres-Vertrag in den Sahnetopf gefallen zu sein, aber die Sahne erwies sich – ähnlich wie bei Karin Baal – als Essig. Der Sieben-Jahres-Vertrag kam erst nach dem ersten „Liane“-Film, für

Starfoto Marion Michael – wahrscheinlich Fotomontage

den Marion Michael ganze 1.300 DM Gage erhielt. Mit geradezu bösartiger Häme verbiss sich die Boulevardpresse in das Mädchen, nannte sie „Bundes-Nackedei“ („Bild“-Zeitung) und verfolgte ihre Bemühungen, sich von dem „Liane“-Klischee zu lösen, mit galligem Sarkasmus. Marion Michael war ein Kind, das in die Erwachsenenwelt und auf die Bühne des Kinos katapultiert wurde, damit nicht zurecht kam und letztendlich scheiterte. In dem Remake von „Bomben auf Monte Carlo“ (1960; R: Georg Jacoby) als Partnerin von Eddie Constantine sieht man deutlich, dass sie völlig überfordert ist; schon hier ist sie nur noch ein verschrecktes, von ‚Ängsten verfolgtes Mädchen.

Als Exploitation Movie ist „Liane“ gar nicht mal so schlecht wie ich befürchtet hatte. Gnadenlos mixt Regisseur Eduard von Borsody die Genres – es geht von Tieraufnahmen (Giraffen, Wasserbüffel, Zebras, Elefanten, Löwen) zum Buddy_Movie des Expeditionslagers, von der Denunziation der Farbigen als zivilisatorisch zurückgebliebene Wilde mit choreografierten Tänzen und Kriegsbemalung zu der Attraktion der halbnackten Liane, wird dann zum biederen Kriminalfilm und endet schließlich mit der Rückkehr – grosses Hallo im Stammesdorf – von Thoren und Liane. Ebenso gnadenlos setzt die Musik illustrierende Effekte ein –Trommelfieber und grell instrumentierte Tanzrhythmen in Afrika, von Mantovani ausgeliehene „cascading strings“ in Hamburg und das Schifferklavier, um die Reederei Amelongen ins rechte Bild zu setzen. Anhand nahezu jeder Sequenz lässt sich die innere Befindlichkeit der Autoren und ihre Spekulation auf die Vorurteile ihres Publikums festmachen.

Die Männer einer Urwald-Expedition entdecken im Südosten Afrikas beim Stamm der Wo-Dos das weiße Mädchen Liane. Es wird gefangen und nach Hamburg gebracht, denn Liane könnte die Enkelin des Reeders Amelungen (Rudolf Forster) sein. „Sehen Sie doch den Gesichtsschnitt und die Augenpartie – ich meine, sie muss aus einem sehr guten Stall sein“, lautet eine erste rassenkundliche Diagnose. Begleitet wird Liane von dem hemdsärmeligen Thoren (Hardy Krüger), in den sich schon die Expeditionsärztin Jacqueline Goddard (Irene Galter)verliebt hatte, und von Tanga (Jean Pierre Faye), einem Jäger der Wo-Do. In der Nacht legt sich Tanga als Beschützer neben das Bett von Liane, später legt sich Liane, jetzt schon im Baby Doll, neben das Bett von Thoren. Also immer noch eine Wilde. Amelungen hat seinen Geschäftsführer Viktor Schöninck (Reggie Nalder) als Generalerben eingesetzt, aber nun ist ja Liane aufgetaucht, die Enkelin und legitime Erbin. Schöninck tötet Amelungen und rast bei einer Verfolgungsfahrt in den Tod. Liane („Die kann ja schon richtig mit Messer und Gabel essen“) hat genug von der Zivilisation und kehrt mit Thoren zurück zu den Wo-Dos, in die Welt, „in der sie ihre glückliche und wunschlose Kindheit verbrachte.“ (Presseheft)

Die Beute …

Alle sind glücklich, alle Vorurteile und Ressentiments bestätigt, alle Klischees werden bedient. Hardy Krüger darf sogar ein wenig renitent werden (das Jugendproblem, die Halbstarken). Marion Michael hat ganz wenig Text, ganz viel Körper und sehr lange Haare. Was treibt Thoren weg von der intelligenten und schönen Ärztin und hin zur Kindfrau? Die Ärztin, so formuliert er es selbst, ist ihm zu intelligent, sie könnte seine vorgespielte Sicherheit durchschauen. Liane dagegen kann er dominieren; in einer der ersten gemeinsamen Szenen füttert Thoren die hilflose Liane tatsächlich mit einer Banane. So beginnt die falsche Romanze.
1957 wurde noch ein zweiter „Liane“-Film gedreht („Liane – die weisse Sklavin“; R: Hermann Leitner), 1961 entstand als Zusammenschnitt beider Teile „Liane – Tochter des Dschungels“.

Als Produzent Gero Wecker 1974 im Alter von 51 Jahren starb, titelte die „Bild-Zeitung: „Herzinfarkt! Der Mann, der den Deutschen den nackten Filmbusen brachte“. Nicht nur das, sondern auch acht Oswalt Kolle Fime, von „Das Wunder der Liebe“ (1968) bis „Liebe als Gesellschaftsspiel (1972). Gero Wecker kennt heute niemand mehr. Und Marion Michael?

… wird gefüttert.

„Liane wird mich bis zum Tod verfolgen“ soll Marion Michael gesagt haben. Das war sogar noch untertrieben – nicht bis zum Tod im Jahr 2007, sondern bis heute und für immer. Das ist sogar in Lars Kraumes jüngstem Film „Das schweigende Klassenzimmer“ zu sehen.

DVD bei e-m-s. Die DVD-Fassung ist unvollständig; es fehlt die Schlussszene mit Hardy Krüger und Marion Michael im Dschungelteich.

Ergänzungen und Präzisierungen zu Filmportal:
Mit Anneliese Würtz, Editha Horn, Waltraud Runze, Walther Blum, Kurt Lucas, Hans Emons, Erik Radolf
Kamera: Ekkehard Kyrath (Außenaufnahmen in Kenia oder Nairobi)
Außenaufnahmen der Spielszenen: Ab 14.7 1956 in Sabaudia (Italien) im Park der Villa Fogliano, Hafenaufnahmen in Baia (Golf von Neapel). Atelieraufnahmen in den Arca Filmstudios Berlin Pichelsberg ab 30.7 bis Ende August 1956.
Geschäftsführer: H.G. Steinamm; Kasse: Marianne Vogt; Ateliersekretärin: Annemarie Scheu; Garderobe: Luise Lehmann, Ernst Nuckel; Star- und Pressefotos: Roman Stempka
Agfacolor

Literatur:
Maja Figge: Deutschsein (wieder-)herstellen. Weißsein und Männlichkeit im bundesdeutschen Kino der fünfziger Jahre. transcript Verlag, Bielefeld 2015. S. 265 – 300
Michael Flitner: Das Mädchen aus dem Urwald. Über Geschlecht und Nation in einem Film der 1950er Jahre. https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/2838/file/gr1_05_Ess01.pdf

Donnerstag, 26.04.2018

Paratexte der FILMKRITIK (1): Umfrage, 1964


[gefunden in FILMKRITIK 1/64, der ersten Ausgabe im größeren Format von 17 x 24 cm, die auch den Auftakt der Reihe „Zum Selbstverständnis der ‚Filmkritik'“ von Wilfried Berghahn enthält – die Umfrage wird aber wohl ursprünglich eine Beilage der Aprilausgabe gewesen sein.]

Mittwoch, 18.04.2018

Filme der Fünfziger (XL): Geliebte Corinna (1956)

Als „Liane – das Mädchen aus dem Urwald“ für Jugendliche ab 12 Jahren freigegeben wurde, machte man der Jugendpsychologin in der FSK heftige Vorwürfe. So viel Nacktheit, und das ab 12 Jahren! „Sie kennen die Jugendpsychologie nicht“, entgegnete die Dame. „Jugendliche denken sich gar nichts Böses dabei, wenn einmal ein nackter Körper im Film erscheint. Wenn man den Besuch dieses Films beschränken zu müssen glaubt – dann würde ich empfehlen, ihn für Männer über 50 zu verbieten.“
Gleich nach der Premiere von „Liane“ begann Produzent Gero Wecker mit Regisseur Eduard von Borsody die Dreharbeiten zu „Geliebte Corinna“. Der Stoff basierte auf dem gleichnamigen Roman von Robert Pilchowski, der bereits 1951 als Buch erschien und in Fortsetzungen in der Frauenzeitschrift „Constanze“ abgedruckt wurde. „Constanze“ war die führende Frauenzeitschrift (Auflage Mitte der 50er: 600.000) und das Kalkül war klar. Wenn 600.000 Leserinnen alle zwei Wochen eine Romanfortsetzung lesen, dann sind sie auch potentielle Kinobesucherinnen. Curt Johannes Braun, seinerzeit 53 Jahre alt, und Ernst von Salomon, 54, und auch Autor der „Liane“-Filme, bearbeiteten den Stoff für das Kino. Aus der Pariser Kunststudentin Corinna wurde eine medizinische Assistentin und aus dem Liebesroman eine Huldigung an die Männer über fünfzig.
Corinna Stephan (Elisabeth Müller) ist medizinisch-technische Assistentin im Tropeninstitut in Hamburg. Am Wochenende trifft sie sich mit dem jungen Schauspieler Klaus Brockmann (Klaus Kinski); Brockmann jammert am Elbstrand. „Ich bin ein Versager, weil niemand an mich glaubt.“ Corinna offeriert ihm ein Schinkenbrot, er will Liebe und fällt über Corinna her. Da kommt Peter Mansfeld (Hans Söhnker) des Weges, befreit Corinna und treibt Klaus in die Flucht. Mansfeld ist ein deutscher Geschäftsmann, seit 15 Jahren in Malakka („Dort fühlen sich nur die Affen wohl“) und auf Europareise. Corinna zeigt ihm Hamburg, er führt sie aus nach St. Pauli, wo sie ein Wirt aus Daffke zu Mann und Frau erklärt. „Sie können sich doch im Ernst nicht vorstellen, dass wir beide verheiratet wären“, erklärt Mansfeld. „Doch, könnt ich“, erwidert Corinna kokett. In Corinnas Wohnung wartet der vertriebene Versager Klaus mit einer Pistole, Mansfeld vertreibt ihn erneut und wird verletzt. Corinna ist auch ausgebildete Krankenschwester, sie verarztet den Kavalier und beide verbringen die Nacht miteinander. Am nächsten Morgen – Mansfeld ist schon in Geschäften unterwegs – haben sie sich im Hotel verabredet. Aber Mansfeld bekommt ein Telegramm; sein Sohn ist verunglückt, er fährt sofort nach Malakka. Zurück bleibt Corinna, untröstlich und allein.

Chin, der unheimliche Chinese (Valerij Inkijinov)

Ein halbes Jahr später. Corinna hat immer wieder Briefe an Mansfeld geschrieben, aber keine Antwort bekommen. Klaus hat die Hauptrolle in seinem Theater und auch Corinna verloren und säuselt in weinerlichem Tonfall: “Meine Chance ist vorbei.“ Dann entschlossen: „Ich hab genug von diesem Leben.“ Er erschießt sich in Corinnas Wohnung. Das ist ein kleiner Skandal, Corinna kommt in die Schlagzeilen und will jetzt aus Hamburg verschwinden. Gut, dass ihr Chef am Tropeninstitut ein paar Angebote an der Hand hat. Dr. Suter (Alexander Kerst) in Malakka sucht eine Assistentin. Also auf nach Malakka.

An Bord des Schiffes ist auch Chin (Valerij Inkijinow), der reichste Mann in Malakka und Freund von Mansfeld. Dr. Suter warnt Corinna vor Chin („Was ein Chinese denkt, kann ein Europäer nie ergründen“). Im Hospital von Dr. Suter regiert seine Mutter (Annie Rosar); sie will ihren Sohn mit Corinna verheiraten. Aber da ist noch Mansfeld, jetzt zu Pferd und rätselhaft unzugänglich. Mansfeld ist verheiratet, seine alkoholsüchtige Frau (Hannelore Schroth) will sich nicht von ihm scheiden lassen. Sie hat die Briefe von Corinna und auch von Mansfeld an Corinna unterschlagen. Es könnte sein, meint Suter zu Mansfeld, dass

Mutter Suter, Europäerin mit Charakter (Annie Rosar)

seine Frau geistesgestört ist. Eine kranke Frau im Stich lassen? Das geht natürlich gar nicht. Aber weil sie so böse ist, wird Mansfelds Frau von einem Malayen erstochen. Prima, jetzt können Mansfeld und Corinna heiraten.

Es geht um den Generationenstreit zwischen den Männern; die Jungen sind weinerlich und lebensunfähig, die mittlere Generation ist langweilig und hört auf die Mama; nur die Älteren sind wahrhaft ritterlich, geschäftstüchtig, stark und erotisch. Das exotische Element bedient jedes Klischee. Wenn Chin auftaucht, klingeln regelmäßig kleine Glöckchen. Er bedient sich auch einer Wahrheitsdroge, „die wir Europäer nicht kennen“. Die Malayen sind unterwürfig wie kleine Kinder, aber sie lieben ihre Herrschaft. Und natürlich sind sie unberechenbar, eben Asiaten. Der Unterschied zu „uns Europäern“? „Uns Europäern ist das Wesen ins Gesicht geschrieben.“
Die Hauptdarstellerin Elisabeth Müller verliert im Laufe des Films völlig ihre Konturen – es geht ja auch darum, die alten Herren ins rechte Licht zu rücken und die Fremde zu dämonisieren. Die chinesischen Schriftzeichen sind ganz einfach, erklärt Chin Mansfeld. Dies ist ein Schriftzeichen für die Frau, was

Variety, 5. September 1956

bedeuten wohl zwei Schriftzeichen für die Frau – zwei Frauen? Nein, Streit. Die Chinesen sind eben Philosophen. – Und was macht eine Frau, wenn sie sich verlassen und betrogen vorkommt? „Aushalten, tapfer sein“, weiß Annie Rosar.
Gedreht wurde in den Arca Studios in Pichelsberg, dort wurde auch das malayische Dorf aufgebaut. Als Tonspur hört man gelegentlich fremdländisches Gerede; das ist der ferne Osten, was sonst. Im Tropeninstitut blubbert es unaufhörlich (Geheimnis Wissenschaft), an Bord des Schiffes rauschen die Wellen. Die Tonspur soll Authentizität ersetzen. Einmontiert sind Szenen aus einem Dokumentarfilm von Mannus Franzen, dem zeitweiligen Mitstreiter von Joris Ivens. Reisfelder, lachende, barbusige Frauen bei der Arbeit. „Wir“ Europäer fahren in amerikanischen Schlitten.
Der Film ist auch ein Lehrstück über die fehlende Autonomie der Stars des deutschen Films. Elisabeth Müller hatte seit 1954 einen Exklusivvertrag über zwei Filme jährlich mit Herbert Horn geschlosssen; Horn war Inhaber des Neuen Filmverleihs, der die Filme der Arca verlieh und mitproduzierte. Um 1956 in Hollywood den Film „The Power and the Price“ von Henry Koster zu drehen, musste Frau Müller einer Verlängerung ihres Vertrags mit Horn zustimmen. MGM konnte Elisabeth Müller unter diesen Umständen nicht als neuen europäischen Star aufbauen und Horn verbrannte sie nach ihrem ersten Hollywood-Engagement in diesem Altherrenquark, den weder die Leserinnen der „Constanze“ noch die Herren um 50 sehen wollten.

Als DVD bei e-m-s erschienen

Ergänzungen und Präzisierungen zu filmportal:
Die literarische Vorlage stammt von Robert Pilchowski, nicht von Hans Habe. Habe soll zwar auch unter dem Pseudonym Robert Pilchowski geschrieben haben, aber Robert Pilchowski existierte als Literat und reale Person.
Kameraführung: Walter Hrich; Kameraassistent: Heinz-Günter Görisch; Bilder aus Indonesien: Mannus Franken; Requisite außen: Fritz Moritz; Requisite innen: Horst Giese; Garderobe: Hans Kothe, Lisa Willweber; Standfotos: Horst Maack; Geschäftsführer: Theo Mietzner; Produktionssekretärin: Katja Fleischer; Ateliersekretärin: Ursula Baumann.
Aussenaufnahmen in Hamburg etwa Mitte Oktober 1956; Atelierarbeiten in den Arca-Studios, Berlin, ab 18. Oktober 1956 bis Mitte November; im Völkerkunde-Museum, Berlin

Dienstag, 10.04.2018

Rhinland. Fontane (Film von Bernhard Sallmann, D 2017, DCP, 67 Minuten)

Das ist sicher eine Erfahrung für sich, allein unterwegs zu sein mit Kamera und Mikrophon – Teile der Mark Brandenburg (die Fontane-Bücher im Kopf) zu erforschen, sich Wind und Wetter auszusetzen, Standorte zu wählen und vom Stativ aus aufzunehmen, was sich dem Auge und dem Ohr je nach Jahreszeit an einem bestimmten Tag bietet, Gestimmtheiten der Landschaft und des Himmels einzufangen, Örtlichkeiten zu zeigen.
Das ist also der zweite Teil des auf vier Filme angelegten Projekts von Bernhard Sallmann, Teile von Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ zu exzerpieren und mit der eigenen Wanderung zu konfrontieren. (Oderland. Fontane von 2016 war der erste Teil, es sollen nach dem Rhinland noch hinzukommen das Spreeland und das Havelland.)

Rhinland. Fontane wird am Donnerstag, 12.4.2018, 20 Uhr, im Kino Krokodil, Greifenhagener Str. 32, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg, im Rahmen einer Feier in Berlin erstmals aufgeführt (in Anwesenheit von Bernhard Sallmann). Bis Ende April wird der Film danach fast täglich im Krokodil gezeigt.
Für weitere Termine dort und anderswo (Union-Kino, fsk-Kino, Tilsiter Lichtspiele) empfiehlt es sich die Seite der Kinos selbst oder www.facebook.com/RhinlandFontane zu konsultieren.

Donnerstag, 05.04.2018

Harun Farocki über TRANSIT (1966)

Eine von Farockis Antworten bei der Zulassungsprüfung der dffb, Mai 1966. Die Frage, auf die Farocki hier antwortet, ist nicht Teil der Akte (Deutsche Kinemathek: Signatur: N 7815-dffb), aber vermutlich lautete sie, welches Buch man gern verfilmen würde.

Zwei TRANSIT-Verfilmungen, die mit Farockis Interesse für das Buch auf die eine oder andere Weise zusammenhängen:

FLUCHTWEG NACH MARSEILLE, BRD 1977, Regie: Ingemo Engström und Gerhard Theuring

TRANSIT, D 2018, Regie: Christian Petzold, ab heute im Kino.

Dienstag, 27.03.2018

Günter Peter Straschek – Materialien

Aus Anlass der Ausstellung Günter Peter Straschek: Emigration – Film – Politik, kuratiert von Julia Friedrich (noch bis 1. Juli im Museum Ludwig in Köln), einige Hinweise auf weitere Materialien:

 

(1) von Straschek:

* Ein Brief Strascheks und die Antwortpostkarte Jean-Marie Straubs (April / Mai 1968)

* Fritz Lang (geschrieben im Sommer 2009)

* Lindtberg und Sirk (geschrieben im Sommer 2009)

 

(2) Texte und Hinweise Johannes Beringers zu Straschek:

* Kurztext zu HURRA FÜR FRAU E. (1967)

* Radiosendungen von Günter Peter Straschek

* Fragmentarisches. Zu Günter Peter Straschek (Dezember 2009)

***

Und noch der Trailer sowie Stefan Ripplingers Text über Strascheks Filme und die Ausstellung.

Im umfangreichen begleitenden Katalog ist neben Texten über Straschek und zahlreichen Materialien zu seinen Kurzfilmen und der Fernsehreihe FILMEMIGRATION AUS NAZIDEUTSCHLAND auch ein substanzieller Teil der Korrespondenz mit Straub und Huillet abgedruckt (S. 272-324). Dank an Julia Friedrich, Karin Rausch und Barbara Ulrich für die Genehmigung zum Abdruck von Brief und Postkarte.


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